"Jemandem auf den Zahn fühlen"

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Kann sein. Wenn man für ein Pferd aber Geld bezahlt, empfiehlt sich durchaus ein Blick aufs Gebiss. Das Sprichwort „jemandem auf den Zahn fühlen“ – etwas genauer prüfen, jemanden ausfragen oder aushorchen, jemandes Meinung ergründen, auf die Probe stellen – zielt genau darauf ab. In der Tat liefert der Handel mit Pferden eine Erklärung zur Herkunft der Redewendung. Die Zähne von Pferden gaben früher einen wichtigen Eindruck vom Gesundheitszustand des Pferdes. Denn Verkäufer täuschten häufig ihre Kundschaft damit, dass sie lediglich wenige Wochen vor dem Verkauf auf die Ernährung der Tiere achteten, damit diese einen guten Eindruck machten. Erfahrene Käufer wussten von dieser Masche und fühlten den Pferden auf den Zahn. Hatte das Pferd schlechte Zähne, nahmen sie vom Kauf Abstand und der ominöse Pferdehändler behielt sein Tier.