Milch für Gscheidhaferl

Die erste Milchwirtschaft lässt sich vor etwa 10.000 Jahren in Westasien verzeichnen. Grund genug, dieses „weiße Gold“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Als „Milch“ darf im Handel innerhalb der Europäischen Union allein die Milch von Kühen bezeichnet werden. Gewonnen wird diese besondere Flüssigkeit durch tägliches Melken von Kühen, die für diesen Zweck gehalten werden. Beim Ersterzeugnis Milch spricht man nicht von einem Getränk, sondern von einem Nahrungsmittel. Und das steckt drin: rund 650 Kalorien, 50 g Kohlenhydrate, 34 Gramm Eiweiß und 42 Gramm Fett.
Der natürliche Fettgehalt von Kuhmilch liegt bei ca. 4,2 %. Durch Erhitzen werden sowohl frische Milch als auch zahlreiche Milchprodukte wie Kondensmilch oder Kaffeesahne haltbar gemacht. Fachleute nennen diesen Prozess „Pasteurisieren“.
Unter Einsatz von Milchsäurebakterien, Lab, Hefen, Edelschimmelpilzen etc.  werten Molkereien und Käsereien die Milch zu einer Vielfalt von Produkten auf. So entstehen beispielsweise Joghurt, Quark, oder verschiedenste Käsearten. Durch das Entziehen von Wasser kann Rahm, Sahne oder Butter hergestellt werden. Diese Erzeugnisse können pur genossen werden oder – im Falle von Butter und Rahm – auch in der Backindustrie oder zur Herstellung von Speiseeis eingesetzt werden.
Auch Milchrohstoffe wie Milch- und Molkepulver oder Milchzucker, die sogenannte Laktose, zählen zu den veredelten Milchprodukten. Sie werden nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Pharmazie- und Kosmetikerzeugnisse benötigt.
Nur wenige Milchbauern veredeln Ihre erzeugte Milch selbst: Die Molkerei muss über eine offizielle Zulassung verfügen und die Maschinen zur Pasteurisierung oder Trocknung von Milch müssen regelmäßig durch den TÜV geprüft werden. Die Ausstattung muss dabei den Hygieneanforderungen gemäß der EU-Zulassung entsprechen. Sämtliche Erzeugnisse unterliegen dabei ständigen Kontrollen. Doch auch immer mehr Milchbauern entscheiden sich dazu einen Teil der eigenen Milch direkt zu vermarkten über Hofläden, Milchtankstellen oder auf dem Wochenmarkt.