Honig für „Gescheidhaferl“

Schon in der Steinzeit nutzte der Mensch Honig als Nahrungsmittel, das beweisen 9.000 Jahre alte steinzeitliche Höhlenmalereien mit „Honigjägern“. Der wild lebenden Bienenvölkern abgenommene Honig wurde nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Köder bei der Bärenjagd eingesetzt. Australische Petroglyphen zeigen, dass die Aborigines bereits in vorgeschichtlicher Zeit Buschhonig von stachellosen Bienen sammelten. Der Ursprung der Hausbienenhaltung mit geplanter Honiggewinnung wird im 7. Jahrtausend v. Chr. in Anatolien vermutet. Bei Ausgrabungen von Pharaonengräbern in Ägypten wurde Honig als Grabbeigabe gefunden. Um 3.000 v. Chr. galt im Alten Ägypten Honig als „Speise der Götter“ und als Quelle der Unsterblichkeit: Ein Topf Honig hatte denselben Wert wie ein Esel. Um 400 v. Chr. lehrte Hippokrates, dass Honigsalben Fieber senken und dass Honigwasser die Leistung der Athleten bei den antiken Olympischen Spielen verbesserte.
Bis heute wird Honig nicht nur geimkert, also von Völkern geerntet, die der Imker im eigenen Bienenstock hält und pflegt. Man erhält ihn auch durch „Raub“, also das Suchen von Wildbienenstöcken, wie es bei Naturvölkern üblich ist. In Europa wurde die Honigernte vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert auch durch so genannte Zeidler durchgeführt, die berufsmäßig nach Wildbienen suchten.