Qualitätskontrolle Milch – Verbrauchersicherheit mit Hightech

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Bei der Erzeugung von Rohmilch höchster Qualität sehen sich Landwirte vor besondere Herausforderungen gestellt. Neben der Wahl der richtigen Futter- und Betriebsmittel kann auch die Umwelt Einfluss auf die Milch nehmen. Luft, Wasser, Boden – ein Milcherzeuger muss ein relativ „offenes“ System managen.
Um Risiken zu minimieren, ist eine kontinuierliche Eigenkontrolle aller Bereiche der Milcherzeugung erforderlich. Seit 2002 gibt es dafür das bundesweit einheitliches Qualitätsmanagementsystem Milch, kurz QM-Milch.

Das „Weiße Gold vom Bauernhof“ unter der Lupe

Um die Qualität der Milch ständig im Auge zu haben, wird mindestens acht Mal im Monat  die Anlieferungsmilch jedes Landwirts analysiert. Die Proben für diese neutralen Untersuchungen werden automatisch gezogen, während die Milch aus dem Hoftank in den Sammelwagen gesaugt wird. Die automatischen Probenahmegeräte unterliegen selbst hohen Anforderungen und einer ständigen Kontrolle. Mehr als 98 Prozent der bayerischen Milcherzeuger erreichen mit ihrer Rohmilch die gesetzliche Qualitätsstufe „Güteklasse 1“. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen bestimmte Grenzwerte für die hygienische Qualität eingehalten werden und die Milch muss frei von Hemmstoffen sein.

Mit Hightech zur Qualitätssicherung

Die Proben aus ganz Bayern werden mit Kühl-Lkws über Nacht nach Wolnzach ins Labor des Milchprüfring Bayern e.V. gebracht. Dort werden sie mit hochmodernen Untersuchungsgeräten analysiert. Ein Analyseautomat ermittelt so aus bis zu 600 Proben pro Stunde gleichzeitig mehrere Ergebnisse: Fettgehalt, Eiweißgehalt, Milchzuckergehalt, Zellzahl, pH-Wert und vieles mehr. Im Hintergrund läuft ein komplexes EDV-System, das sicherstellt, dass die Ergebnisse korrekt und fehlerfrei ermittelt werden. Die dabei verarbeitete Datenmenge ist beeindruckend: Pro Jahr werden über 16,8 Mio. Analysenergebnisse  für die Feststellung der Milchgüte ermittelt. Am Ende jedes Monats werden die einzelnen Ergebnisse zu einer Monatsabrechnung zusammengefasst. Diese Monatswerte sind dann die Basis für die Einstufung und die Qualitätsbezahlung der Milch. 

Beste Werte für beste Milch

Doch der Landwirt muss nicht bis zum Monatsende warten: Seine Laborergebnisse kann er tagesaktuell und bequem per Internet, Telefonauskunft, Fax oder über eine App auf seinem Smartphone oder Tablet abrufen. So kann er schnell reagieren, wenn er Abweichungen bei der Qualität seiner Anlieferungsmilch feststellt.
Das Ergebnis dieser Hightech-Unterstützung bayerischer Qualitätsarbeit kann sich sehen lassen: Bayerische Milch ist mit dem niedrigsten Durchschnittswert beim Zellgehalt Spitzenreiter im Bundesgebiet, ein Hinweis auf die gute Eutergesundheit unserer Milchkühe. Die erreichten Qualitätsergebnisse zeigen, dass Milch und Milchprodukte aus Bayern zu Recht als gesunde, natürliche und unbelastete Lebensmittel wahrgenommen werden.