Die schönsten Wanderwege und Lehrpfade rund um die bayerische Landwirtschaft

Bayern ist dank seiner vielen Gebirge und Wälder mit idyllischen Wanderwegen gesegnet. Auf den Wegen mit Informationstafeln und Mitmachstationen lässt sich nicht nur die Natur genießen, sondern ganz nebenbei auch noch etwas lernen. Passend dazu haben wir eine Auswahl Bayerns schönster Wanderwege und Lehrpfade über die vielseitigen Bereiche der Landwirtschaft herausgesucht.


Diverse Lehrpfade im Überblick

Agrarökologie

Eine bunte Vielfalt an landwirtschaftlichen Flächen schmückt die Landschaft Bayerns. Wie kann diese Landwirtschaft mit Bodenschutz, Schonung des Grundwassers und Verbesserung der Lebensbedingungen für wildlebende Tiere umweltgerecht gestaltet werden? Mit diesem Thema beschäftigt sich der 1,5 km lange agrarökologische Lehrpfad in Schwarzau. Vorbei an Obstbäumen, Wiesen und Wäldern führt der Weg den Besucher durch die verschiedenen Gebiete der Landwirtschaft. Auf 17 Infotafeln wird die umweltbewusste Agrarwirtschaft erklärt.

Baumwipfelpfade

Sich einmal fühlen wie ein Vogel, hoch oben in den Baumkronen – das ist auf den fünf Baumwipfelpfaden in Bayern ein Leichtes. Auf den Stegen genießt man eine unglaubliche Aussicht über die Landschaft und kann ganz einfach einmal die Perspektive wechseln.

Der Baumwipfelpfad in Neuschönau ist mit seinen 1,3 km der längste der Welt. Auf Stegen bis zu 25 m Höhe bekommt man an didaktischen Stationen Wissen über den Wald vermittelt. Am Ende haben Besucher die Möglichkeit, den 44 m hohen Baum-Turm zu besteigen. Zudem gibt es an acht Stellen Wackelbrücken und Balancierbalken, die den Weg abwechslungsreich und aufregend gestalten.

In Sankt Englmar kann man in 30 m Höhe die Landschaft bewundern. Die 370 m lange Strecke ist barrierefrei und führt zu einer Aussichtsplattform mit einem atemberaubenden Blick.

Skywalk – der treffende Name für den Baumwipfelpfad in Scheidegg im Allgäu. In luftigen 40 m Höhe auf einer 540 m langen Hängebrücke aus Stahl gelangt man zu einem Aussichtsturm, der einem eine Übersicht über die Alpen und den Bodensee gewährt. Wer mutig ist, kann den Abstieg in einer Röhrenrutsche oder mit einer Wackelbrücke bewältigen. Im Anschluss lässt sich auch der Naturerlebnispark in der Nähe anschließen.

Auch der Baumkronenweg in Ziegelwies bei Füssen bietet eine Tour über der Baumgrenze. Im Walderlebniszentrum lässt sich auf 21 m hohen Stegen auf 450 m Länge über den Auwald und die Wildflusslandschaft erfahren, die einen umgeben. 

Wald und Technologie werden im Baumwipfelpfad im Steigerwald in Ebrach vereint. Auf dem jüngsten Baumwipfelpfad mit 1150 m Länge auf einer Höhe von 26 m können Besucher mit einer Wipfel-App und Infotafeln noch tiefer in den Wald eintauchen. Quizfragen und Virtual Reality unterstützen hierbei das spielerische Lernen rund um den Wald. Mit Spielstationen, einem Hochsitz und einer Kletterröhre gibt es auf dem Weg zum Holzturm, der 42 m in die Höhe ragt, viel zu entdecken.

Bienen

Bienen geben uns nicht nur Honig, sondern sind auch für viele Pflanzen und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst und Raps unverzichtbar. Auf den geführten Wanderungen mit einem erfahrenen Imker durch den Bienenerlebnisweg in Freyung lernt man einiges über die heimischen Insekten und die moderne Imkerei. Anhand von zehn Stationen, verteilt auf rund 2,5 km, lässt sich das Reich der Bienen erkunden. Von Anfang Mai bis Anfang November wird man jeden Mittwoch in die Welt der Immen entführt. Bis Dienstag 11 Uhr kann man sich für die Führungen anmelden.

Gemüse

Gemüse gibt es in allen erdenklichen Farben und Formen – und fast alle davon findet man auch hier in Bayern. Um mehr über das heimische Gemüse zu erfahren, kann man sich im unterfränkischen Sennfeld auf einen Rundweg mit vielen Informationen zum Thema begeben. Der abwechslungsreiche Weg von 2,3 km um die Felder wird u.a. mit Infotafeln und einem Marktstand geesäumt. Auch ein Wiederkommen lohnt sich, da der Weg je nach Saison die entsprechenden Gemüsesorten in den Fokus rückt.

Hopfen & Bier

Bier ist Bayerns Nationalgetränk. Überall im Freistaat gibt es Wanderwege, auf denen man das bayerische Kulturgut erkunden kann. Ob über den Anbau von Hopfen, die Verarbeitung zu Bier oder die Verkostung des Kaltgetränks, Wanderungen zum Thema Bier gibt es reichlich.

Der Hopfenlehrpfad in Tettenwang nimmt mehr die Grundzutat des Bieres, den Hopfen, in den Fokus. Der 7,5 km lange Wanderweg läuft durch das Hopfenanbaugebiet Jura-Altmannstein, das zum weltgrößten Hopfenanbaugebiet Hallertau gehört. Auf Infotafeln am Wegesrand erlangt man einen guten Überblick über den Hopfenanbau in der Region. 

Wer mehr über die Herstellung von Bier wissen will, kann sich in Mainburg auf den Weg des Erlebnispfads Hopfen & Bier begeben. Dieser 15,2 km lange Wanderweg zeigt auf 17 Infotafeln den Verlauf vom Anbau des Hopfens bis zum fertigen Bier. Nebenbei läuft man an sieben Meter hohen Hopfengärten, Wäldern und Obstgärten vorbei. Am Ende kann man sich im Biergarten des Schlosses Ratzenhofen ein "kühles Blondes" oder ein zünftiges Weißbier gönnen.

Besonders bekannt sind auch die Biertouren, die einen von Brauerei zu Brauerei leiten. Dabei lässt sich ganz einfach die Vielfalt der bayerischen Biere erkunden. Beispielsweise kann man von Pegnitz nach Pottenstein (etwa 28 km) wandern und währenddessen Brauereien besichtigen und das ein oder andere Bier probieren.

Kartoffel

Die gute alte Knolle – ein Grundnahrungsmittel in Bayern. In Kirchenlamitz begleitet das Maskottchen "Knolli" Jung und Alt auf dem Weg durch Oberfrankens ältestes Kartoffelanbaugebiet. Auf dem Rundweg über 11,5 oder 7,5 km entdecken die Besucher an acht Infotafeln Interessantes und Wissenswertes über das Nachtschattengewächs mit den vielen Spitznamen. Durch drei Kartoffeldörfer führt der Erlebnispfad die Wanderer auf die Spuren der Geschichte, des Anbaus und der Sorten der beliebten Knolle.

Kräuter

Auf Kräuterwanderungen gibt es im Gegensatz zu den Themenwanderwegen und Lehrpfaden keine vorgeschriebenen Wege. Vielmehr wird die Wanderung von einer/m erfahrenen Kräuterführer/in geleitet, die einen in die Welt der Kräuter einführt. Überall im Wald, auf Wiesen und selbst in der Stadt gibt es essbare und heilende Pflanzen zu entdecken. Kräuterwanderungen werden in ganz Bayern angeboten und zeigen, dass nicht alles, was am Wegesrand wächst, Unkraut ist. Vielleicht landen bald auch schon bei Ihnen längst vergessene Kräuter auf dem Teller.

Milch

Bayern ist ein Milchland - in keinem Bundesland in Deutschland wird so viel Milch produziert wie hier. Warum also nicht auf einer gemütlichen Wanderung mehr über das weiße Gold erfahren. Auf dem Pfaffenwinkler Milchweg können die Besucher auf dem 4,2 km langen Weg zehn Erlebnisstationen entdecken. Mit einem Riesen-Memory und einer Plastikkuh zum Melken lädt der Weg Kinder und Erwachsene ein, mehr über die Milch zu lernen und gibt Antworten auf Fragen wie: "Wie kommen die Löcher in den Käse Warum ist Milch so gesund? Was frisst eine Kuh? Und wie setzt sich der Milchpreis zusammen?". Vom 4. Mai bis zum 12. Oktober gibt es jeden Freitag ab 10:00 Uhr eine Führung über den Milchweg bis zur Käsealm, bei der man sich stärken kann.

Streuobst

Äpfel, Birnen, Pflaumen – in ganz Bayern gibt es Streuobstwiesen, die den Wegrand säumen. Eine Vielfalt an heimischen Obstsorten wächst in Bayern, heiß Geliebte wie die Apfelsorte Granny Smith und fast Vergessene wie die Rhöner Schafsnase. Auf den Streuobstlehrpfaden kann man diese Köstlichkeiten mit allen Sinnen erkunden.

Der Streuobst Erlebnisweg in Markt Herrenheim und Markt Willanzheim bietet genau das. Auf 2 km stehen sechs Aktionsplätze, die Kinder und Erwachsene zum Mitmachen einladen. Mit Fernrohr, Drehscheibe und allen Sinnen wird der Weg durch die Streuobstanlage auch nie langweilig. Das Ganze kann auch mit Geocaching, einer Art modernen Schnitzeljagd, erkundet werden.

Auch das unterfränkische Hausen ist umgeben von Obstbäumen und deshalb der perfekte Ort für einen Ausflug. Der 1,8 km lange Streuobstlehrpfad zeigt anhand von Schautafeln die Verarbeitung, Vermarktung und Bedeutung des Streuobsts in der Gemeinde Hausen. Hier kann man alles über die 50 heimischen Streuobstsorten erfahren.

Wald

Aber nicht nur in luftiger Höhe lassen Wälder bestaunen, auch auf den Waldlehrpfaden erfährt man neues über den Forst. Welche Bäume dort wachsen und welche Tiere heimisch sind, kann man während einer Wanderung erkunden.

In Denklingen kann man auf einem Rundweg von 4 km einiges entdecken. Am Wegrand finden sich Tafeln mit Aufgaben, die man im Gehölz erledigen kann, um das Ökosystem besser kennenzulernen. Mit Stationen wie Tierweitsprung und Baumriesen wird die Strecke aufgelockert.

Auf dem Wald-Erlebnispfad in Fürstenfeldbruck kommen besonders Familien auf ihre Kosten. An mehreren Stationen wird Kindern das Leben im Wald spielerisch nähergebracht. Auf dem Rundweg lernt man die verschiedenen Arten kennen, kann auf einem Baumxylofon Musik machen und das Baumtelefon ausprobieren. Auf einem Hochsitz lässt es sich in luftiger Höhe wunderbar ein wenig pausieren.

Auch der Freisinger Forst bei München bietet einen Walderlebnispfad mit Info- und Klapptafeln auf 23 Stationen. Auf der 2 km langen Strecke warten ein Waldlabyrinth, ein Barfußweg und ein Baumtelefon auf Klein und Groß. Mit Spiel und Spaß erfährt man so mehr über den heimischen Wald.

Wein

Überall in Franken finden zur Weinsaison sogenannte Weinwanderungen statt, die die Besucher mit einem Gläschen durch die Weinberge führen. Vom Weigenheimer Kapelberg bis nach Neuzenheim kann man jedoch das ganze Jahr über die Weinberge wandern. Mit der 21 km langen Genussroute kommt man an einem Weingut und einem Naturschutzgebiet vorbei und kann auch auf ein Glas Wein in den verschiedenen Orten einkehren.