Fenchel kulinarisch

Der Fenchel gehört zur Gattung der Doldengewächse (hierzu zählen unter anderem auch Sellerie, Petersilie und Karotte). Die Pflanze gibt es als Wilden Fenchel, Gewürzfenchel sowie als Knollenfenchel.

Kochen, braten oder dünsten – Fenchel bietet in der Küche viele Möglichkeiten. Mit dem Knollen- und Gewürzfenchel wird vor allem gekocht. Hier eignet sich der leicht faserige und runde Knollenfenchel besonders gut für Garten- und sogar für Obst-Salate. Der längliche Fenchel schmeckt gekocht hervorragend mit anderen Gemüsen als Beilage zu Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Aus Fenchel kann man Suppen kochen oder auch sehr gut Saucen und Marinaden würzen. Dabei kann man Fenchel problemlos mit anderen Gewürzen wie Safran oder Rosmarin kombinieren.
Geschmacklich erinnert Fenchel an eine Mischung aus Anis und Dill. Das leicht bittere Anis-Aroma entsteht durch die Öle Anethol und Fenchon. Übrigens: Fenchelsamen, die gut sortierte Supermärkte oder Reformhäuser anbieten, eignen sich zum Würzen von Brot und Gebäck.
Gemüsebeilage, Gewürz oder Tee – Fenchel bietet kulinarisch einiges mehr. So gibt es Fenchelsalami und Likör aus Fenchel. Und absolute Fenchel-Enthusiasten können sich nach dem Kochen mit Fenchelseife sogar die Hände waschen.

Fenchel tut gut

Der Fenchel besitzt wichtige Ballaststoffe, die Gifte und Fette im Darm binden. Somit senkt Fenchel den Cholesterinspiegel.
Die Fenchelknolle hat gerade mal 18 kcal pro 100 Gramm, denn die Knolle hat einen Wassergehalt von bis zu 80 Prozent!
Besonders reich ist Fenchel übrigens auch an Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden kann. 100 Gramm der Knolle decken fast unseren gesamten Tagesbedarf! Fenchel ist zudem ein idealer Lieferant an B-Vitaminen und entpuppt sich als wahres Vitamin-C-Wunder: Selbst Zitrusfrüchte liefern nicht so viel Vitamin C wie Fenchel. 100 Gramm  enthalten nämlich  93 Milligramm  Vitamin C. Neben Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Kalzium verfügt Fenchel zudem über Antioxidantien – sogenannte Radikalfänger, die Giftstoffe im Körper unschädlich machen.
Tee aus Fenchel-Kraut hilft bei Blähungen und stärkt die Verdauung. Bei Husten wirken die ätherischen Öle (vor allem Anethol und Menthol) schleimlösend und beruhigend.
Fencheltee ist sehr gut für stillende Mütter. So regt der Tee die Milchbildung an. Die mit der Muttermilch aufgenommen Inhaltsstoffe des Fencheltees wirken wiederum beruhigend auf die Verdauung des Babys. Doch Achtung: Mehr als eine Tasse am Tag sollten junge Mütter nicht zu sich nehmen. Die im Fenchel enthaltenen ätherischen Öle können bei den kleinen Kindern zu schmerzhaften Magenkrämpfen führen.

Tipps für den Einkauf und die Küche

Frischen Fenchel erkennt man beim Einkauf am noch grünen Blattkraut und die Schnittstellen sollten nicht angetrocknet sein. Die Knollenblätter sind saftig und haben keine Flecken. Im Kühlschrank gelagert hält sich Fenchel bis zu einer Woche. Dafür am besten die Knolle davor in Frischhaltefolie einpacken. Sie kann so nicht austrocknen und behält ihre Anis-Note. Außerdem lässt sich Fenchel problemlos einfrieren. Die Knolle dafür einfach sorgfältig putzen, in dünne Scheiben schneiden und anschließend luftdicht im Gefrierbeutel verpacken.


Fenchel für Gscheidhaferl

Fenchel ist eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen. In Mesopotamien (Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris) wurde Fenchel bereits vor über 5.000 Jahren kultiviert. Tontafeln zur Heilkunde aus dieser Zeit belegen, dass Lungenkrankheiten mit warmen Fenchelumschlägen gelindert wurden.
Römische Soldaten sollen auf ihren Feldzügen um das Jahr 10 v. Chr. Fenchel aus dem Adriaraum mit nach Germanien gebracht haben. Hier wurde das Heilmittel im Laufe der Zeit besonders von Mönchen in den Klostergärten angebaut. Der Knollenfenchel, wie wir ihn heute kennen, wird erst seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet. Italienische Gärtner bauten erstmals die Pflanze an.
Die Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze gedeiht sehr gut auf sonnigen Standorten mit trockenem und nährstoffreichen Lehm- und Lössboden. Es wird zwischen Frühjahrs-Saaten (Aussaat ab April) und Herbst-Fenchel (Aussaat Ende Juni) unterschieden. Wer Fenchel selber aussäen will, braucht Platz. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte mindestens 30 Zentimetern betragen. Und dann heißt es gut gießen – Fenchel braucht viel Wasser. „Gute“ Nachbarn des Fenchels sind Erbsen, Gurken und Kopfsalat. Mit Tomaten, Busch- und Strauchbohnen hingegen verträgt sich der Fenchel weniger. Hat der Knollenfenchel die Größe einer Zwiebel erreicht, sollte man ein wenig Erde um die Pflanze aufschütten. Dies fördert die Knollenbildung. Sobald die Knolle etwa die Größe einer Faust hat, ist der Fenchel reif und kann geerntet werden.