Der Deutschen liebstes Öl

Rapsöl ist das beliebteste Speiseöl Deutschlands: Über 78 Millionen Liter werden jährlich in der Bundesrepublik verbraucht. Kein Wunder, denn Rapsöl ist auch eines der gesündesten Speiseöle. Es besteht zu rund 60 Prozent aus den gesunden einfach ungesättigten und zu rund 30 Prozent aus den gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie den essenziellen Omega-3- und -6-Fettsäuren. Darüber hinaus enthält es viel zellschützendes Vitamin E.

In der Lampe oder im Salat?

Schon die alten Römer kannten die Rapspflanze. Allerdings wurde Rapsöl damals vor allem als Lampenöl, später auch als Schmiermittel und Grundstoff für die Seifenherstellung eingesetzt. Der hohe Anteil an Bitterstoffen verhinderte lange Zeit den Einsatz als Speiseöl. Das änderte sich erst in den 1970er- und 80er-Jahren – dank der Züchtung neuer Sorten.

Rapsanbau in Deutschland

Bis in die 1970er-Jahre spielte der Rapsanbau mit weniger als 100.000 Hektar eher eine geringe Rolle in Deutschland. Erst die Einführung des sogenannten Nullrapses und später des Doppelnullrapses mit geringerem Erucasäure-Anteil konnte dies ändern. So stieg die Anbaufläche auf etwa 1,47 Millionen Hektar an. Die Gesamternte beträgt heute jährlich über sechs Millionen Tonnen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Winterraps.
Bei der Fruchtfolge mit Getreide spielt Raps eine wichtige Rolle. Er fördert die Struktur sowie die biologische Aktivität des Bodens und dient der Humusbildung. „Der Raps ist für mich eine wichtige Frucht, denn er lockert die Fruchtfolge auf“, sagt auch unser Rapsbauer Rupert Schmid.
Wenn Rapssaat im Boden bleibt, ist sie auch nach langer Zeit noch keimfähig: Bis zu zehn Jahre behalten die Samen ihre Fähigkeit zur Keimung.

Nicht nur essen, tanken und füttern

Auch wenn die Verwendung als Speiseöl stetig zunimmt, wird das meiste Rapsöl immer noch für technische Anwendungen benötigt, vor allem für Biokraftstoffe. Dabei entsteht ein hochwertiges Eiweißfuttermittel für unsere Nutztiere: Rapsschrot! Jedes in Deutschland produzierte Kilogramm Rapsschrot ersetzt ein Kilogramm Import-Sojaschrot aus Südamerika.

Das richtige Öl für jeden Gebrauch

Natives Rapsöl …

… wird aus geschälter oder ungeschälter Saat gewonnen.
… wird ohne Wärmezufuhr gepresst und anschließend filtriert.
… zeichnet sich durch eine intensive Farbe und kräftigen Geschmack aus.

Kalt gepresstes natives Rapsöl …

… wird besonders schonend ohne Wärmezufuhr gewonnen.
… hat den für Raps typischen, besonders nussigen Geschmack.
… sollte höchstens auf mittlere Temperatur erhitzt werden.
… eignet sich für Dressings und Dips.

Nicht raffiniertes Rapsöl …

… ist ein natives Öl, das mit Wasserdampf behandelt wurde.
… ist besonders haltbar.
… hat ein etwas schwächeres Aroma.

Raffiniertes Rapsöl …

… wird aus erhitzter Saat hergestellt, um die Ölausbeute zu erhöhen.
… wird durch Raffination gereinigt.
… eignet sich besonders gut zum Erhitzen – und damit auch zum Braten und Frittieren.

Optimal gelagert

Idealerweise sollte Rapsöl an einem dunklen und kühlen Ort gelagert werden. Für bereits geöffnete Flaschen eignet sich der Kühlschrank hervorragend, wobei das Öl dann innerhalb von vier bis sechs Wochen aufgebraucht werden sollte. Eine verschlossene Flasche hält sich bis zu zwölf Monate.

Die richtige Dosierung

Etwa 10 Gramm – ein Esslöffel – Rapsöl decken den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren zu 90 Prozent. Darüber hinaus enthält es viel zellschützendes Vitamin E. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt täglich zwei bis drei Esslöffel Pflanzenöl, um dem Körper ausreichend ungesättigte Fettsäuren zuzuführen. Mindestens die Hälfte davon sollte Rapsöl sein.

Gesunde Inhalte

Rapsöl ist das Speiseöl mit dem niedrigsten Gehalt an gesättigten Fettsäuren und damit ideal für eine gesunde Ernährung geeignet. Dabei enthält kalt gepresstes Rapsöl mehr Vitamine und Nährstoffe als raffinierte Sorten. Raffinierte Rapsöle eignen sich dafür besser zum Braten bei hohen Temperaturen.


Rapsöl für Gscheidhaferl

„Brassica napus“ oder Raps gehört zur Familie der Kreuzblütler. Die ein- oder zweijährige, krautige Pflanze erreicht Höhen von 30 bis 150 Zentimetern (je nach Sorte). Von dem Zeitpunkt, an dem die Pflanzen Blüten tragen, bis zur endgültigen Reife liegen etwa 75 bis 80 Tage. In Deutschland wird überwiegend Winterraps angebaut, das heißt: Aussaat im Herbst, Ernte im darauf folgenden Frühsommer. Sommerraps hingegen überwiegt zum Beispiel in Kanada, dem Land, das den meisten Raps weltweit erzeugt.
Mit nur drei bis vier Kilogramm Saatgut lässt sich ein Hektar mit Raps bepflanzen. Ein Hektar Raps wiederum liefert durchschnittlich 3.600 Kilogramm Saat, aus dem 1.600 Liter Rapsöl gepresst werden.
Felder voller gelber Blüten im Spätsommer und Herbst werden immer wieder für Rapsfelder gehalten. Meist zu Unrecht: In der Regel handelt es sich zu dieser Zeit um Gelbsenf, der vor allem zur Gründüngung verwendet wird und ebenfalls zu den Kreuzblütlern gehört.
Raps ist eine Kreuzung von Rübsen – ein Kreuzblütengewächs, das als Öl-, Gemüse- und Futterpflanze Verwendung findet – und Gemüsekohl. Die Steckrübe wiederum ist eine Unterart des Rapses.
Bienen sammeln von 1 ha Raps genug Nektar für 40 kg Honig.