Was man braucht

Wer sich bereits in der Schule am liebsten unsichtbar gemacht hätte, sobald die naturwissenschaftlichen Fächer Mathe, Biologie oder Chemie auf dem Stundenplan standen, der sollte sich das mit einer Ausbildung zum Pflanzentechnologen noch mal durch den Kopf gehen lassen. Komplizierte Untersuchungsergebnisse müssen berechnet werden, das Mikroskop wird für eingehende Untersuchungen an Mikroorganismen benötigt und für die Analyse von Böden sind chemische Kenntnisse unerlässlich. Aber auch sprachlich sollte man nicht gänzlich unbegabt sein: Die meisten Fachtexte und Anleitungen für  Betriebsgeräte sind auf Englisch. 

Neben einem empfohlenen Realschulabschluss (oder auch Hauptschulabschluss) sollte man für die dreijährige Berufsausbildung vor allem Interesse an der bunten Welt der Pflanzen haben und gerne genau und sorgfältig arbeiten. Das Einhalten von Hygiene- und Schutzmaßnahmen ist Pflicht, Untersuchungsergebnisse müssen detailliert festgehalten werden und auch für die Überwachung von physikalischen Vorgängen im Labor braucht es volle Konzentration.

Was man lernt

Auf der Tagesordnung eines Pflanzentechnologen stehen die Themen Pflanzenvermehrung, integrierter Pflanzenschutz und ökologische Zusammenhänge. Die Auszubildenden lernen sieben unterschiedliche Fachbereiche kennen und können dabei ihre zwei favorisierten Tätigkeiten kombinieren. Zur Auswahl stehen die Bereiche Gewächshaus, Untersuchungslabor, Zuchtgarten, Kulturlabor, Saatgutwesen, Feldversuchswesen und Pflanzenschutzversuchswesen.

Ein klassischer Arbeitstag könnte beispielsweise mit dem Planen, Umsetzen und Dokumentieren von Versuchen gefüllt sein. Auch die Entwicklung neuer Versuchspflanzen, die Ernte bereits gezüchteter Pflanzenarten oder organisatorische Arbeiten im Büro sind Teil des Alltags. Kurzum: Ein Pflanzentechnologe erforscht und züchtet neue Nahrungs- und Zierpflanzen.

Wie es weitergeht

Sind die drei Jahre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, fällt der Start in das Berufsleben gar nicht mehr so schwer: Sowohl im öffentlichen Dienst als auch in einem privaten Betrieb, der sich der Pflanzenzüchtung und dem Versuchswesen widmet, stehen die Chancen auf einen Job sehr gut. Alternativ suchen auch agrarwirtschaftliche und gärtnerische Untersuchungslabore tatkräftige Unterstützung. 

Wer es nicht bei einer Ausbildung belassen will, dem stehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ob ein intensiver Qualifizierungslehrgang in dem Einsatzbereich, der bereits während der Ausbildung gewählt wurde, oder eine umfangreiche Schulung zum Meister oder Techniker – der Karrieresprung ist in Reichweite. Sogar ein Studium wäre eine Option: Hier bieten sich zum Beispiel Studiengänge wie Agrarwissenschaften und -management oder Garten- und Landschaftsbau an.