Die fünf beliebtesten Speisepilze und ihre Doppelgänger

Pfifferling/Reherl

Merkmale: Hut flach gewölbt bis trichterförmig; eidotter- oder blassgelb, Leisten am Stiel herablaufend, gelb; Fleisch weiß, gelber Rand
Standort: Laub- und Nadelwälder; gerne auf sauren Böden
Geschmack: vorzüglich, pfeffrig, aprikosenartig
Sonstiges: häufig in Moospolstern bei Heidelbeeren vorzufinden

Falscher Pfifferling

Unterschiede: Hut gelb bis orange, Hutrand oft eingerollt, auch bei älteren Exemplaren; Lamellen dünn, eher engstehend; Fleisch durchgehend gelb bis orange
Standort: Laub- und Nadelwälder, in Moos und Nadelstreu; an Holzresten zwischen Reisig
Symptome: kann leichte Verdauungsbeschwerden (Erbrechen) verursachen


Fichten-Steinpilz

Merkmale: Hut anfangs halbkugelig, später polsterförmig, hell- bis dunkelbraun, Haut glatt; Poren und Röhren jung weißlich, später gelbgrünlich; Stiel jung meist dickbäuchig, auf hellbräunlichem Grund mit weißlichem Netz überzogen, das manchmal nur schwach erkennbar sein kann; festes, weißes Fleisch
Standort: Nadelwälder, selten Laubwald; bevorzugt unter Fichten
Geschmack: vorzüglich; mild, nussartig
Hinweis: Es gibt mehrere Steinpilzarten, die jeweils andere Baumpartner (Symbiosepartner) haben.

Gallenröhrling

Unterschiede: Röhren und Poren (Schwamm) im jungen Alter noch weißlich, dann rosa, Poren an Druckstellen dunkler verfärbend; Stiel hellbräunlich mit oliven Tönen und olivfarbenen, mit dunkleren, gröberen Netz.
Geschmack: meist sehr bitter
Standort: Nadel- und Laubwälder, Laubwald seltener, auf sauren Böden
Sonstiges: Befindet sich ein Gallenröhrling in der Pfanne, ist das gesamte Gericht zum Wegwerfen bestimmt.


Riesenschirmling/Parasol

Merkmale: Hut jung fast kugelig geschlossen, dann ausbreitend (bis zu 40 cm Durchmesser) auf hellem Grund mit braunen Schuppen; Lamellen zunächst weiß, später cremefarben; Stiel meist sehr lang, natternartig gezeichnet, mit beweglichem Ring (dick+wattig); riecht schwach pilzartig
Standort: In Laub- und Nadelwäldern, oft an Waldrändern
Geschmack: Nur Hut zum Verzehr geeignet, schmeckt nussartig 
Sonstiges: Speisepilz des Jahres 2017

Spitzschuppiger Stachel-Schirmling

Unterschiede: kleiner als der Parasol (bis zu 15 cm Hutdurchmesser), ockerlich-rostfarbener Hut, mit dichten spitzkegeligen, bräunlichen Schüppchen; Lamellen sehr dichtstehend, weiß; mit kürzerem Stiel; hängender, NICHT verschiebbarer, häutig-fädiger Ring; unangenehmer Geruch (leuchtgasartig)
Standort: vergleichbare Ökologie wie Parasol, gerne in Reisighaufen, unter Hecken an Wegrändern; er gilt als Stickstoffzeiger
Toxikologie: giftig
Symptome: ähnlich dem Coprinus-Syndrom (Alkoholunverträglichkeit)


Fichten-Reizker

Merkmale: Typisch sind seine orangefarbene Milch und die grünlichen Verfärbungen des ganzen Pilzes. Hut anfangs gewölbt, dann in der Mitte niedergedrückt bis trichterförmig, ringförmig gezont; Lamellen dicht stehend, am Stiel angewachsen, blassorange bis blassocker; Geruch herb obstartig
Geschmack: erst mild, dann leicht harzig bitter, fast scharf
Standort: an Fichten gebunden
Sonstiges: oft stark von Maden befallen

Birken-Milchling

Unterschiede: Hut filzig-zottig, Rand eingerollt, fleischfarben-rosa, mit dunkleren konzentrischen Zonen; Lamellen hell cremefarben bis blass fleischfarben; Stiel hutfarben, hohl; Fleisch weiß, fest aber spröde; Milch weiß (verändert NICHT die Farbe), sehr scharf und brennend; riecht leicht fruchtig
Standort: wächst unter Birken; bevorzugt trockene bis mäßig feuchte, schwach saure Böden
Toxikologie: giftig
Symptome: Magen-Darm-Probleme, gereizte Schleimhäute; Bauchschmerzen, Koliken, Wadenkrämpfe, starke Durchfälle und Erbrechen


Wiesen-Champignon

Merkmale: Hut jung halbkugelig, danach gewölbt, oft mittig abgeflacht, generelle Hutfarbe weiß, mit flach anliegenden Schuppen, oft auch glatt erscheinend; Lamellen jung fast weiß, bald fleischrosa, später schokoladenbraun; Stiel selten länger als der Hutdurchmesser, weiß gefärbt; Ring hängend, manchmal fast fehlend und nur noch am Hutrand als Fetzen erkennbar; Fleisch weiß; rosa verfärbend; riecht unspezifisch
Standort: Naturbelassene Wiesen, Weiden, Pferdekoppeln, Waldränder; auch in Gärten, Grünanlagen; Vorliebe für basische und neutrale Böden. Durch Überdüngung der Wiesen stark rückläufig.
Tipp: Um eine Verwechslung mit den weißen Knollenblätterpilzen zu verhindern, sollten keine jungen Champignons gesammelt werden, da ihre Lamellen noch relativ hell, fast weiß sind.

Karbol-Champignon

Unterschiede: Beim Reiben verfärben sich die Huthaut und die angeschnittene Stielbasis chromgelb (bei anderen Karbol-Champignon-Arten bleibt die Huthaut auch weiß). Fleisch mit Karbol-Geruch (erinnert an Eisengallustinte) entfaltet sich besonders, an den chromgelben Stellen. Lamellenfarbe entspricht in etwa der des Wiesenchampignons
Standort: vergleichbare Ökologie wie Wiesen-Champignon
Toxikologie: giftig
Symptome: heftiges Erbrechen und Durchfall, in schweren Fällen Schwindel und Sehstörungen

Kegelhütiger Knollenblätterpilz

Unterschiede: Reinweiß bis seidenweißer Fruchtkörper; Lamellen sind immer reinweiß; Stiel schlank, weiß, fransig-faserig, Ring häutig, hängend; Stielbasis knollenartig, mit einer anliegenden oder offenen Scheide umhüllt; Fleisch weiß; Geruch oft etwas süßlich bis rettichartig (nach Kartoffelkeimen)
Standort: Nadel-, selten in Laubwäldern; eher auf sauren Böden
Toxikologie: tödlich; enthält einen Giftcocktail aus verschiedenen toxischen Substanzen, u. a. sogenannten Amanitinen und Phalloidinen, diese verursachen u. a. ein Leberversagen.
Hinweis: Knollenblätterpilze sind Mykhorrizapilze und leben mit Bäumen in einer Lebensgemeinschaft. Neben dem Kegelhütigen Knollenblätterpilz gibt es den ebenso giftigen Grünen Knollenblätterpilz, der meist in Laubwäldern wächst.

Pilze für Gscheidhaferl