Weniger verschwenden, mehr genießen

Zu viel eingekauft, falsch gelagert, ungenau gekocht – in Bayern werden pro Kopf und Jahr rund 65 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Mit einfachen Tipps und Tricks können Obst, Gemüse und Co. vor der Tonne bewahrt werden und dabei viele Euros gespart werden. Auch Reste lassen sich in leckeren und kreativen Rezepten bestens verwerten.

Besser planen

Ein guter Einkauf beginnt zuhause. Mit der richtigen Planung, zum Beispiel mit Hilfe eines Wochenplans, kann der Lebensmittelbedarf genau kalkuliert werden. So lässt sich bereits im Voraus festlegen, was die kommenden Tage auf dem Speiseplan stehen soll, ob Gäste kommen oder ob man auswärts isst. Vor allem frische und leicht verderbliche Lebensmittel sollten nur dann eingekauft werden, wenn sie zeitnah verbraucht werden. Haltbare Waren können dagegen im Vorratsschrank gelagert oder eingefroren werden. Für einen überlegten Einkauf empfiehlt es sich, einen Einkaufszettel zu schreiben und sich im Supermarkt daran zu halten. Vor allem von Angeboten, wie „Drei zum Preis von zwei“ sollte man sich nicht irritieren lassen: Schließlich ist auch das noch so günstig erworbene Lebensmittel pure Verschwendung, wenn es unverbraucht in den Müll wandert.

Richtig lagern

Optimal einkaufen ist das eine, optimal lagern das andere. Mit ein paar Tricks gelingt es allerdings ohne großen Aufwand, die Qualität der Lebensmittel bis zum Verzehr zu erhalten. Grundsätzlich gilt: Nur wer Frische einkauft, kann Frische erhalten. Deshalb sollte man es sich zur Gewohnheit machen, schon im Supermarkt oder Gemüseladen auf pralle Haut, festes Fruchtfleisch, grüne, knackige Blätter und saftige Stielenden zu achten – alles Garanten für Qualität. Zuhause sollten die Einkäufe dann auf dem schnellsten Weg weiterverarbeitet werden. Frisches gehört entweder direkt in den Topf oder in den Kühl- bzw. Gefrierschrank. Bei loser oder angeschnittener Ware die Schnittstellen am besten mit Frischhaltefolie abdecken oder in Frischhaltebeutel sowie -dosen füllen.

Gewusst, was…

Für den Tiefkühlvorrat werden Blattgemüse wie z.B. Spinat am besten blanchiert und sofort in gut schließende Behälter gefüllt. So bleiben Vitamine und Nährstoffe in den Lebensmitteln und der gefürchtete Gefrierbrand hat kaum eine Chance. Fleisch, Fisch und Wurstwaren sollten ebenfalls dicht verpackt sein – sie übertragen sonst ihr Aroma auf andere Lebensmittel. Im Sommer kann es notwendig sein, empfindliches Obst gekühlt zu lagern: Pfirsiche, Melone, Aprikosen oder Beeren verderben sonst im Handumdrehen. Im Winter dagegen fühlen sich viele Obstsorten bei niedriger Zimmertemperatur, im Keller oder in der Speisekammer wohl – Äpfel, Birnen, Bananen und Orangen gehören in der Regel nicht in den Kühlschrank. Das gleiche gilt für Tomaten und Avocados. Das Duo, das auch auf dem Teller ein gutes Team abgibt, lagert man am besten Seite an Seite an einen nicht zu warmen Platz.

…gewusst, wo!

Abgesehen von einigen Ausnahmen kann man aber mit niedrigen Temperaturen nicht viel falsch machen. Im Kühlschrank herrschen jedoch unterschiedliche Klimazonen, die beim Lagern beachtet werden sollten. So gehören empfindliche Obst und Gemüsesorten unbedingt in das Gemüsefach. Viele moderne Kühlgeräte verfügen über Schübe mit speziellem Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement. Blattgemüse, Salate, frische Hülsenfrüchte oder Knollengemüse mögen es zum Beispiel kühl und eher feucht – so behalten sie ihren knackigen Biss. Fleisch und Fisch dagegen lieben ein kalt-trockenes Klima. In einem normalen Kühlschrank ohne Spezialfächer ist der Bereich über dem Gemüsefach genau das richtige für Hühnchen & Co. Auch Getränke, die schnell heruntergekühlt werden sollen, sind hier gut aufgehoben. Alle anderen stehen besser im Türabsteller. Nach oben hin wird es im Kühlschrank dann immer wärmer. Entsprechend lagert man die unempfindlichsten Lebensmittel weiter oben oder in der Tür: z.B. Konserven wie Marmeladen, Chutneys, Senf und Ketchup. In der Mitte fühlen sich Joghurt, Sahne, Käse und Milch wohl.

Überblick bewahren

Es ist sinnvoll, den Kühlschrank nicht zu voll zu machen. Auf den Ablagen sollte die Luft gut zirkulieren können. Außerdem wird auf diese Weise weniger übersehen. Und: Wer gut plant, friert rechtzeitig ein. Entgegen der Annahme, einmal Aufgetautes sollte nicht wieder eingefroren werden, ist dies in der Regel kein Problem – und viel besser, als das Produkt langsam verderben zu lassen. In punkto Verderblichkeit gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum übrigens lediglich als Empfehlung des Herstellers. Besonders leicht verderbliche, tierische Produkte tragen dagegen ein Verbrauchsdatum. Ist dieses Datum überschritten, besteht bei Verzehr die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung.

Lecker verwerten

Altbackene Semmeln, überreife Tomaten oder angeschnittenes Obst und Gemüse gehört nicht in die Tonne. Sondern in die Pfanne. Auch für ältere oder angebrochene Lebensmittel gibt es tolle Verwertungsmöglichkeiten. Kreative Rezepte für Übriggebliebenes haben unter anderem auch die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband entwickelt. Als Mitglied im Bündnis „Wir retten Lebensmittel“ regen sie den Austausch mit den unterschiedlichsten Partnern der Lebensmittelwertschöpfungskette im Bündnis an. 


Hier geht’s zu den Reste-Rezepten.

Lebensmittel-Lexikon

Von Erdbeeren über Grillfleisch bis zum Weihnachtsgebäck – unterschiedliche Lebensmittel wollen unterschiedlich gelagert werden. Und die richtige Lagerung wirkt Lebensmittel-Abfall immer noch am besten entgegen. Das Lebensmittel-Lexikon gibt hilfreiche Informationen und Tipps zur Haltbarkeit.

Quelle: https://www.zugutfuerdietonne.de/