Steckbrief

Er steht für Mittelmeer-Feeling pur: der Echte Thymian (thymus vulgaris). Vom Mittelmeer sowie aus Nord- und Westafrika stammt er auch – schon die Ägypter, Griechen und Römer schätzten seine Wirkung als Würz- und Heilpflanze. Mit seinem kugeligen, üppigen Wuchs gibt er zudem eine beliebte Deko im Kräuterbeet oder als Solitär in einem großen Pflanzgefäß ab. Der Halbstrauch wird bis zu 40 Zentimeter hoch und hat stark verästelte, leicht verholzende Zweige. Von Juni bis August bilden sich kleine, weißliche, rosa- oder lilafarbene Blüten. Eine verwandte Art ist der Zitronen-Thymian mit seinem deutlichen Zitrus-Aroma.

Anbau und Ernte

Als mediterranes Gewächs ist der Echte Thymian ein Sonnenanbeter. Er liebt trockene, durchlässige Erde und freut sich hin und wieder über eine Gabe Kompost. Ab Mai kann man ihn ins Freie aussäen, oder man legt sich eine Jungpflanze zu und setzt diese an einen geeigneten Standort aus. Echter Thymian ist frosthart. Im Sommer sollte er regelmäßig geerntet bzw. zurückgeschnitten werden. Die Blätter und jungen Triebe können bis in den November hinein geerntet werden. Zum Trocknen am besten kurz vor der Blüte schneiden und die Zweige an einem luftigen Ort im Schatten ausbreiten.

Verwendung in der Küche

Ob frisch oder getrocknet: Thymian gehört an alles, was wir an der Mittelmeerküche so lieben, ganz egal, ob spanisch, griechisch, italienisch oder französisch. So ist Thymian ein fester Bestandteil aller „Herbes de Provence“, aber auch aller italienischen Kräutermischungen. Prinzipiell kann man Thymian fast allen Speisen zugeben, sogar Süßem verleiht er einen pikanten Touch. Lammfleisch bekommt durch ihn ein ganz besonderes Aroma. Thymian wirkt entkrampfend und entblähend, daher ist er das ideale Würzkraut für fette und schwerverdauliche Speisen. Zwei Besonderheiten unterscheiden ihn von vielen anderen Kräutern: Erstens, getrocknet ist sein Aroma stärker als frisch. Zweitens, langes Kochen schadet ihm nicht. 

Inhaltsstoffe und Wirkung

Auch beim Thymian sind es die ätherischen Öle, die seine positiven Wirkungen ausmachen. Phenol, Thymol und Carvacrol sorgen nicht nur für den besonderen Geschmack, sondern sind auch verdauungsfördernd, antiseptisch und beruhigend. Teeaufgüsse, Hustensäfte, Kompressen oder Lotionen lindern Infekte, z.B. der Atemwege, wirken gegen kleinere Wunden und Entzündungen. Als Badezusatz hilft Thymianöl bei Atemwegserkrankungen, Rheuma und allgemeiner Erschöpfung.

Extra-Tipp

Wohltuendes Dampfbad

Zwei Handvoll Thymiankraut und -blüten mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und kurz ziehen lassen. Unter einem Handtuch etwa zehn Minuten auf das Gesicht einwirken lassen. Anschließend kalt abwaschen und trocknen. Wirkt entzündungshemmend auf Haut und Atemwege und hilft bei Stirnhöhlenproblemen.

Die Diskussion zum Thema Facebook