Steckbrief

Zwei Dinge weiß man in der Regel über Salbei. Erstens: Er gehört unverzichtbar an ein klassisches Saltimbocca alla romana. Und zweitens: Bei Halsschmerzen trinkt man Salbeitee. Der immergrüne Strauch mit den charakteristischen silbrig-grünen, samtigen Blättern, der von den Küstenregionen des Mittelmeers stammt, gilt seit Jahrhundert als universelles Heilkraut. Die kleinen Blüten sind eher unscheinbar, doch die Pflanze gehört auf jeden Fall ins Kräuterbeet. Nicht nur wegen ihrer heilsamen Kräfte. Sondern auch, weil blühender Salbei eine Bienenweide ist und viele bunte Schmetterlinge anzieht.

Anbau und Ernte

Salbei kann man direkt ins Beet aussäen, doch normalerweise setzt man eine Jungpflanze ins Kräuterbeet, die man in jeder gut sortierten Gärtnerei bekommt. Wie die meisten mediterranen Kräuter verlangt Salbei viele Sonne und Wärme, dazu einen eher trockenen und gut durchlässigen Boden. Echter Salbei ist winterhart, doch mit einer Reisigabdeckung kann man ihn zusätzlich schützen. Im Frühjahr schneidet man ihn zurück, dann treibt er wieder kräftig aus. Größere Pflanzen lassen sich gut teilen. Die jungen Blätter können bis zum Herbst von der Pflanze gezupft und frisch verwendet werden. Auch das Trocknen ist gut möglich.

Verwendung in der Küche

Nudeln mit Salbeibutter, Gemüseeintopf mit Salbei, Fisch oder Fleisch mit Salbei oder das erwähnte Saltimbocca, das aus dünnen Kalbfleischschnitzel besteht, die mit Rohschinken und Salbei belegt sind: Die Küche kennt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für das würzige Kraut. Doch Vorsicht, Salbei kann leicht vorschmecken, wenn man ihn überdosiert. Deshalb: sparsam verwenden und nicht mitkochen lassen.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Salbeitee ist seit langem als hilfreiches Mittel bei Halsschmerzen bekannt. Deshalb steckt er auch in vielen kommerziellen Husten- und Erkältungspräparaten. Das einfachste Mittel bei akuten Halsschmerzen ist das langsame Kauen eines Salbeiblattes, etwas gewöhnungsbedürftig im Geschmack, aber effektiv. Salbei wirkt antiseptisch, desinfizierend und wundheilend. Außerdem regt das Kraut die Gallentätigkeit an und macht fette Speisen bekömmlicher. Aufgrund des giftigen Wirkstoffs Thujon sollte man allerdings übermäßige Mengen Salbei vermeiden – zwei bis drei Tassen Tee sind genug. Und Schwangere sollten sicherheitshalber ganz darauf verzichten – das Saltimbocca dürfen sie aber trotzdem genießen.

Extra-Tipp

Grillmarinade mit Salbei

Gehackter Salbei, eine zerdrückte Knoblauchzehe, die abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer: Aus diesen Zutaten eine Marinade rühren und das Fleisch, zum Beispiel Lammkoteletts, damit einstreichen. Zwei Stunden gekühlt ziehen lassen und vor dem Grillen gut abtropfen lassen.

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