Die bayerische Sommerapotheke

Hausmittel zur Linderung von Beschwerden daheim und unterwegs

Sonnenbrand

Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen beim Frühjahrsspaziergang, die Bergsonne bei einer Tour in den Alpen oder die intensive Strandsonne im Sommerurlaub – er lauert überall: der Sonnenbrand. Selbst mit einem hohen Lichtschutzfaktor der Sonnencreme oder schützender Kleidung kann man ihm nicht immer entgehen. Ob es einen erwischt oder nicht, hängt natürlich in erster Linie von der Dauer der Sonneneinwirkung aber, aber auch von der Empfindlichkeit der eigenen Haut.

Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist eine akute Entzündung der Haut, die durch zu viel UV-Strahlung der Sonne ausgelöst wird. Sehr starke Sonnenbrände können sogar Blasen hervorrufen. Rötungen, Brennen und Juckreiz klingen meist nach einigen Tagen ab, manchmal schälen sich sogar ganze Haut-Partien. Insgesamt erhöht jeder Sonnenbrand langfristig das Risiko für Hautkrebs. Sobald sich ein Sonnenbrand anbahnt, ist es wichtig, die Sonne sofort zu meiden, oder zumindest die betroffenen Partien abzudecken und viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Eine kühle Dusche kann erste Linderung verschaffen.

Hausmittel, die die Symptome außerdem lindern können:

  • Naturjoghurt oder Quark auf die betroffenen Stellen auftragen. Das beruhigt die Haut und lindert Juckreiz und Schmerzen.
  • Eine ähnliche Wirkung haben in kaltem schwarzen Tee getränkte Tücher.
  • Ein kühles Bad mit Buttermilch hilft die verbrannte Haut zu kühlen und mit Nährstoffen zu versorgen. Wichtig hierbei: Nicht trocken rubbeln, sondern den Körper lufttrocknen lassen.
  • Rohe Kartoffeln oder Gurken, in Scheiben geschnitten auf die gerötete Haut legen, kühlt und versorgt die Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit.


Hinweis: Alle beschriebenen Hausmittel eignen sich für einen leichten Sonnenbrand (Grad 1: Rötung, Brennen, Juckreiz). Bei Blasenbildung raten wir von einer Selbstbehandlung ab – hier am besten direkt einen Arzt aufsuchen.

Sonnenstich / Hitzschlag / Hitzeerschöpfung

Fehlende Kopfbedeckung und ein längerer Aufenthalt in senkrecht stehender Sonne. Das riecht geradezu nach einem Sonnenstich. Zu viel Sonne und Hitze auf Kopf und Nackenbereich können zu einer Irritation des Gehirns und der Hirnhaut führen. Diese wiederum löst Entzündungsreaktionen aus. Auch eine Schwellung des Gehirns kann die Folge sein. Sonnenstich-Betroffene haben oftmals ein gerötetes Gesicht. Sie klagen über Kopfschmerzen, Unruhe oder auch Ohrgeräusche. Übelkeit ist ebenfalls ein häufiges Symptom. Im schlimmsten Fall können sogar Bewusstseinsstörungen auftreten. Nackenschmerzen bis hin zur Nackensteifigkeit sind nicht selten.

Nicht zu verwechseln mit einem Sonnenstich ist der Hitzschlag – auch wenn beide im Sprachgebrauch oft für das gleiche gehalten werden. Bei einem Hitzschlag kommt es im Gegensatz zum Sonnenstich zu einer Erhöhung der Körpertemperatur – bis auf 40 Grad Celsius und mehr. Das ist lebensbedrohlich. Große Anstrengung in Kombination mit starker Hitze kann das Temperatur-Regulationssystem des Körpers außer Gefecht setzen, zum Beispiel versagt die Schweißproduktion oder es kann zu einem Wärmestau kommen.

Anzeichen für einen Hitzschlag können Krämpfe, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen sein. Es kommt aber auch vor, dass die Betroffenen "nur" völlig ermattet sind. Der Pulsschlag ist hoch, der Blutdruck tief, die Haut heiß und trocken. Oft wird dieser Zustand mit Erschöpfung oder Müdigkeit verwechselt und der Hitzschlag zu spät behandelt. Der Körper sollte nun mit feuchten Tüchern gekühlt, Atmung und Bewusstsein kontrolliert und ein Notarzt gerufen werden.

Das Übergangsstadium zwischen Sonnenstich und Hitzschlag wird Hitzeerschöpfung genannt. Sie entsteht durch den Verlust von Flüssigkeit und Salzen bei ungenügendem Trinken. Anzeichen sind Dehydrierung und ein Steigen der Körpertemperatur auf 37 bis 40 Grad Celsius. Zwar treten bei der Hitzeerschöpfung meist keine Bewusstseinsstörungen auf, doch sind Schwindel, Atemnot und Frösteln typische Symptome.

Am besten ist hier natürlich die Vorbeugung. Das heißt, es gilt, die heiße Mittagssonne zu meiden, wo immer möglich Schatten zu bevorzugen und den Kopf mit möglichst hellen Materialien zu bedecken.

Ist es dennoch passiert, helfen folgende Hausmittel:

  • Wie beim Sonnenbrand können auch beim Sonnenstich bzw. Hitzschlag kühle Tücher die Symptome lindern. Viel Trinken versteht sich hier von selbst. Aber Vorsicht: Wasser oder Tees - gerne auch mit Salzzusatz oder isotonische Getränke - sollten nicht zu kalt sein.
  • Ein Nackenumschlag mit kühlem Joghurt oder Quark kann ebenfalls helfen.

Reise- und Seekrankheit / Übelkeit

Neun von zehn Deutschen leiden unter Bewegungskrankheiten (Kinetosen). Ihnen bekommen Rütteln und Schaukeln im Auto, Wellengang auf dem Boot oder bereits kleine Turbulenzen im Flugzeug gar nicht gut. Grund dafür ist der Widerspruch zwischen der Bewegung, die das Gleichgewichtsorgan des Menschen wahrnimmt, und den Eindrücken der Augen. Hier wird der Körper offenbar überfordert. Meist gewöhnt er sich nach einiger Zeit daran. Kinder leiden besonders häufig zwischen dem zweiten und zwölften Lebensjahr an der Reisekrankheit. Diese kann sich in Symptomen wie Benommenheit, Müdigkeit, Gähnen, Blässe, Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit oder sogar Erbrechen äußern.

Oft hilft es schon nach vorne aus dem Auto zu blicken bzw. den Horizont zu fixieren, sich im Schiff an Deck und mittig aufzuhalten oder im Flugzeug Plätze zwischen den Tragflächen zu belegen.

Hausmittel:

  • Bewährt hat sich gegen Reiseübelkeit vor allem Ingwer. Durch seinen Wirkstoff Gingerol und die ätherischen Öle kann er sogar vorbeugend gegen Erbrechen wirken. Ein frisch aufgebrühter Ingwertee lindert das flaue Gefühl im Magen. Akut können Betroffene auf einem Stück geschälten Ingwer kauen.
  • Ähnlich hilfreich gegen Übelkeit ist frische Zitrone. Ihre neutralisierenden Säuren können Brechreiz unterdrücken und die Verdauung unterstützen. Hier kann ein Stück der Zitrusfrucht gekaut werden oder – wem das zu sauer ist – hilft oftmals schon ein Glas Wasser mit Zitronensaft. Schon der Geruch der Zitrone kann so manch flaues Gefühl lindern. Also am besten die ausgepressten Schalen am Tisch liegen lassen. 
  • Was auch hilft: Eine ganze frische Karotte sehr langsam essen. Dabei jeden Bissen intensiv kauen (bis zu 50 Mal!) und das Aroma bewusst wahrnehmen. Wirkt vorbeugend und lindern bei beginnender Übelkeit, außerdem lenkt das intensive Kauen – gerade Kinder – von den unangenehmen Symptomen ab.

Insektenstiche

Insektenstiche schmerzen, jucken oder brennen zwar, sind im Normalfall aber nicht gefährlich. Für Insektengiftallergiker, beispielsweise gegen Bienen-, Wespen- oder Hornissengift kann ein Stich allerdings lebensgefährlich werden. Bei starken Schwellungen der Gliedmaßen bzw. des betroffenen Körperteils, Hautausschlag und oder übermäßiger Juckreiz, Atemnot, Schwindel, Herzklopfen oder Schwellungen in Gesicht und Mund sollte unbedingt ein Notarzt gerufen werden. In diesem Fall kann ein anaphylaktischer Schock vorliegen. Eventuell kann in der Folge eine Hyposensibilisierung versucht werden.

Sofortmaßnahmen bei „normaler“ Reaktion auf Insektenstiche:

  • Ein kühler und feuchter Umschlag kann Wunder wirken und Juckreiz und Rötung lindern so wie Anschwellen verhindern.
  • Essig und Alkohol wirken desinfizierend und kühlen zugleich – und sind deshalb bewährte Hausmittel gegen Mückenstiche. Einfach etwas unverdünnten Essig direkt auf den Stich oder etwas Alkohol aus der Apotheke bzw. hochprozentigen klaren Schnaps auf einen Waschlappen geben und diesen für etwa eine halbe Stunde auf den Stich legen.
  • Die Zwiebel hat gleich drei helfende Effekte: kühlend, entzündungshemmend und antibiotisch. Zur Anwendung einfach eine frische Zwiebel halbieren und diese so lange auf die Einstichstelle legen bis die Schmerzen nachlassen. Mit etwas Zucker auf der Zwiebel entzieht man dem Stich zeitgleich noch etwas Gift – da dieser wie Salz dem Körper Feuchtigkeit entzieht.
  • Direkt am Meer kann auch ein Bad im Salzwasser den Juckreiz schnellstmöglich lindern.

Offene Wunden

Schnittwunden, Platzwunden, Kratzer oder Bisswunden – auf Reisen kann viel passieren. Bei kleinen Wunden hilft oft schon fließend frisches Wasser, am besten lauwarm, um die offene Stelle auszuspülen und Infektionen vorzubeugen. Blutet eine Wunde stärker, wie beispielsweise Schnittwunden, kann die Blutung mit einem sauberen Tuch oder Finger per Druck gestoppt werden.

Hinweis: Kleinere Wunden repariert und heilt der Körper meist eigenständig. Größere und tiefere Verletzungen sollten immer von einem Arzt behandelt werden.

Desinfektion und eine vorhandene Tetanus-Impfung sind die obligatorischen Basis-Maßnahmen. Mit ein paar Hausmitteln kann man dem Körper zusätzlich helfen, Wunden schnell zu heilen:

  • Naturbelassener Honig wirkt antibakteriell, schützt vor Infektionen und versorgt die betroffene Stelle mit Feuchtigkeit. Einfach etwas Honig auf der Wunde verreiben und rund eine Stunde einwirken lassen. Anschließend mit Wasser abspülen und bei Bedarf mehrmals täglich wiederholen.
  • Frische Zwiebeln oder frischer, gepresster Knoblauch wirken antiseptisch und antimikrobiell und können den Heilungsprozess kleiner Wunden beschleunigen. 
  • Auch ein Umschlag mit Kamille (lauwarmer Tee oder eine Kompresse mit Teebeuteln) kann den Heilungsprozess von Wunden beschleunigen.

Magen-Darm-Erkrankungen

Fremdes Land, fremde Kulturen: Gerade auf Reisen haben viele Menschen mit Problemen im Magen-Darm-Trakt zu kämpfen. Zu scharfes Essen, unbekannte Gewürze oder fehlende Hygiene können die Ursachen dafür sein.

In der medizinischen Fachsprache wird eine Magen-Darm-Grippe auch allgemein als Gastroenteritis, also eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts, bezeichnet.

Wichtig ist bei Magen-Darm-Beschwerden vor allem, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auszugleichen. Denn neben den offensichtlichen Beschwerden ist der Körper bei länger anhaltenden Magen-Darm-Probleme in Gefahr, auszutrocknen.

Hausmittel:

  • Würzige Brühen oder Suppen (mit Kochsalz) sind für den Elektrolythaushalt ideal. Leichte und fettarme Gemüse- oder Hühnersuppen sind gut verdaulich und beschäftigen den Magen. Die in Kartoffeln, Karotten oder Hühnchen enthaltene Stärke und Eiweiße können einen Überschuss an Magensäften binden und damit das unangenehme Gefühl in der Magengegend lindern.
  • Auch ungesüßte Tees sind ein probates Mittel bei Magen-Darm-Infekten. Allen voran dünner schwarzer Tee, da seine Gerbstoffe den Darm beruhigen, Schmerzen und Krämpfe lindern. 
  • Auch frischer Ingwer kann durch seine antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften, Symptome wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe reduzieren.

Weitere Reisebeschwerden:

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