Eine kleine Sortenlehre

Während die beliebten blauen Früchte in anderen Regionen Deutschlands auch als Pflaumen, Quetsche oder Zwetschen bezeichnet werden, sind ist in Bayern die Zwetschge typisch. Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Sie gehören also zum gleichen „Clan“ und sind dennoch verschieden.
Während Pflaumen meistens größer sind und eine gleichmäßig runde Form besitzen, sind Zwetschgen eher kleiner, länglich-oval und zu den Enden spitz zulaufend.  Das Fruchtfleisch der Pflaume schmeckt süßlich. Es ist saftig und hat eine weiche, lockere Konsistenz  – es lässt sich allerdings meist nur schwer vom Stein lösen. Die Farbe von Pflaumen kann von blau, rot, lila bis schwarz ganz unterschiedlich sein. Auch rote und gelbe Sorten gibt es.
Zwetschgen sind in der Regel etwas dunkler, bläulich-violett gefärbt. Das gelbe Fruchtfleisch ist fest und trocken. Es lässt sich sehr leicht vom Kern lösen. Die Zwetschge hat einen süß-sauren Geschmack.
Da Zwetschgen im Gegensatz zu Pflaumen weniger Wasser enthalten, eignen sie sich besser zum Backen oder zur Mus-Verarbeitung.

Süß und verdauungsfördernd

Pflaumen und Zwetschgen enthalten Eisen, Magnesium, Kalium, Kupfer und Zink. Mit ihrem hohen Ballaststoffgehalt sind sie sehr verdauungsfördernd. Reife Pflaumen haben einen besonders hohen Anteil an Fruchtzucker. Bei Fructose-Intoleranz sollte man sie daher vom Speisezettel streichen. Durch ihren hohen Fruchtzuckeranteil sind Pflaumen und Zwetschgen im Gegensatz zu vielen anderen Obstsorten kalorienreich. 100 Gramm Pflaume enthalten etwa 47 Kalorien.
Die blau-violette Färbung der Pflaume entsteht durch die darin enthaltenen Anthocyane. Die Pflanzenfarbstoffe neutralisieren im menschlichen Organismus freie Radikale und gelten daher als natürlicher Schutz vor Krebserkrankungen.

Auf den Kuchen, zum Wild oder gleich in den Mund

Ob süß oder deftig – Pflaumen und Zwetschgen sind kulinarische Alleskönner. Das Obst lässt sich sehr gut zu hochprozentigen Getränken, zu Kompotten und Konfitüren verarbeiten. Feine Saucen aus Pflaumen und Zwetschgen sind hervorragende „Begleiter“ zu Geflügel oder Wild.

 

 

Beliebte Sorten sind:

  • Die "Hauszwetschge" gehört zu den bekannteren Zwetschgensorten. Sie ist die typisch bayerische Zwetschge länglich mit spitzem Ende und einer blau-violetten Farbe. Wegen dem festen, goldgelben Fruchtfleisch, der guten Steinlöslichkeit und dem säure-betonten Zucker-Säure-Verhältnis ist sie der ideale Belag für den beliebten Zwetschgendatschi.  
  • Die  "Presenta" ist eine beliebte Zwetschgensorte aus der Fränkischen Schweiz mit einem sehr aromatischen Geschmack. Neben dem Frischverzehr eignet sie auch besonders zum Backen und zur Verarbeitung. Wegen der Reifezeit von Mitte September bis Anfang Oktober ist sie eine späte Sorte.


Nur reif ist auch gut

Zwetschgen und Pflaumen reifen nicht nach. Daher sollten nur gut ausgereifte Früchte eingekauft werden. Das Obst ist reif, wenn man mit dem Finger in das Fruchtfleisch gerade so hineindrücken kann. Frische Pflaumen und Zwetschgen sind mit einer natürlichen weißen Wachsschicht ("Duftfilm“) überzogen, die sie vor dem Austrocknen und vor Krankheitserregern schützt. Das Obst sollte daher erst kurz vor dem Verzehr gewaschen werden.
In einer Papiertüte im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich Pflaumen und Zwetschgen bis zu einer Woche. Eingefroren ist das entsteinte Obst bis zu sechs Monate haltbar.

Tipp für die Küche

Ein süßer und gesunder Snack für Zwischendurch sind getrocknete Pflaumen oder Zwetschgen. Einfach den Kern entfernen und die halbierten Früchte für zwei Stunden bei ca. 60 Grad auf einem Blech in den Ofen geben.

Eine weitere Köstlichkeit mit dem spätsommerlichen Obst der traditionelle bayerische Zwtschgendatschi. Hier geht's zum Rezept.

Zwetschge für Gscheidhaferl