Behaart oder gefiedert

Das Jagdrecht, dem in Bayern insgesamt 55 Tierarten unterliegen, unterscheidet zwischen Haar- und Federwild. Zum Haarwild zählen Säugetiere wie die sogenannten Paarhufer, also Schwarz-, Rot-, Reh-, Gams-, Stein-, Elch-, Muffel-, Dam- und Sikawild. Aber auch Nager wie das Murmeltier, und Hasenartige wie der Feld- und Schneehase oder das Wildkaninchen zählen wie Fuchs, Dachs oder Steinmarder zum Haarwild. Das Federwild umfasst Gänse, wie die Grau-, Kanada- und die Nilgans sowie den Höckerschwan. Auch Enten und Säger wie Stockente, Reiherente und Gänsesäger, Hühnervögel wie Auer- und Birkwild, Rebhuhn, Fasan und Alpenschneehuhn, Tauben wie Ringel-, Hohl-, Turtel- und Türkentaube, Rabenvögel wie Eichelhäher und Rabenkrähe sowie weitere Arten wie Graureiher und Waldschnepfe gehören in diese Kategorie.

Wildlebensraum Bayern

Ob im Wald, auf Feldern und Wiesen, in und an Gewässern, im Hochgebirge und im Tal, oder in Siedlungen: Wildtiere finden überall im Freistaat ihren Lebensraum. Einige von ihnen, zum Beispiel Füchse, Marder und Kaninchen, leben mitten unter uns. Doch versuchen sie, Begegnungen mit Menschen zu vermeiden. Wer auf ein Wildtier trifft, sollte sich dieser Tatsache bewusst sein, es weder füttern noch anfassen oder gar in die Enge treiben. Übrigens sind Wildtiere, die in der Stadt leben, nicht geflüchtet oder haben sich verirrt: Sie besiedeln Städte vielmehr deshalb, weil sie dort gute Lebensbedingungen vorfinden – zum Teil bessere als in ihrem natürlichen Lebensraum.

Nutzung und Schutz: die Jagd

Laut Bayerischem Jagdgesetz (Art. 1 Gesetzeszweck) ist die freilebende Tierwelt „wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.“ Das Gesetz regelt neben der Nutzung vor allem auch den Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume. Die Jagd trägt – entgegen mancher Vorurteile – zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt bei. Die Jagd ist ein uraltes Prinzip – auch unter den heimischen Tierarten gibt es kleine und große Jäger, darunter Fuchs, Luchs und Wildkatze, Marder und Greifvögel. Wer in Deutschland jagen will und zwei Beine hat, braucht allerdings einen Jagdschein. Voraussetzung dafür ist die Jägerprüfung.