Ein Wein mit Charakter: Frankenwein

Seit 350 Jahren wird in Franken Silvaner angebaut – die „Seele“ des fränkischen Weins.  Aber auch andere Tropfen aus der Region können sich sehen, nein: schmecken lassen.

Franken und der Wein

Der Silvaner wird in Franken erstmals 1659 schriftlich erwähnt und ist noch heute die typische Weißweinsorte Frankens. Rund ein Viertel der Anbaufläche entfällt inzwischen auf ihn. Die Muschelkalk-, Keuper- und Buntsandsteinböden – bekannt auch als die fränkische Trias – sind fruchtbar, durchlässig und besitzen eine gute Nährstoffversorgung. Auf ihnen entstehen Weine mit einer äußerst feinen und eleganten Note.
In den Fünfzigerjahren begann in Franken der Wiederaufbau, auch des Reblands. Im Zuge dieser Neuanpflanzungen hielt die bekannte Sorte Müller-Thurgau Einzug in Frankens Weinberge. Weitere wichtige Weißweinsorten sind Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Riesling, Kerner, Bacchus, Scheurebe und Traminer.
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Rotwein und Rotling

Neben dem Weißweinanbau kann Franken auch mit ausgezeichneten Rotweinen aufwarten: Rund 17 Prozent der Anbaufläche sind mit roten Trauben bepflanzt, darunter Spätburgunder, Blauer Portugieser und die für Franken typische Sorte Domina. Der in Franken sehr beliebte Rotling wird hergestellt, indem weiße und rote Trauben zusammen gepresst werden. Er wird oft mit Roséwein verwechselt, ähnelt ihm aber nur in der Farbe.

Die fränkische Qualitätspyramide

Um den Weingenießern die Orientierung zu erleichtern, werden fränkische Weine bei den Weingütern oft in  verschiedene Genussanlässe untergliedert, die sich in der gewählten Flaschenform und -farbe wiederfinden: Dabei können weiße Flaschen für fruchtig-frische Weine stehen, welche in den Bocksbeutel oder auch die Gutsweinflasche abgefüllt werden. Besondere Weine, die ein gutes Essen perfekt begleiten und sehr typisch für die Region sind, werden sehr oft in einen grünen Bocksbeutel abgefüllt. Der Fränkische Weinbauverband zeichnet die besten dieser feinen Tropfen bei der Fränkischen Weinprämierung mit Medaillen in Bronze, Silber und Gold aus.
Ganz besondere Prachtexemplare versammeln sich unter der Bezeichnung „Großes Franken“ und werden in dunkelgrüne Bocksbeutel, aber auch in dunkle Burgunderflaschen abgefüllt. In diesem Genussbereich finden sich auch Weine mit sehr besonderen Ausbaustilen wie z. B. dem Ausbau im großen oder kleinen Holzfass. Die begehrteste Auszeichnung bei den Winzern wird jährlich nur an insgesamt zehn Weine vergeben. In der bei Journalisten und Sommeliers sehr bekannten und begehrten Verkostung küren diese Experten einmal jährlich die besten der besten Weine aus Franken, die fortan die Auszeichnung „Best of Gold“ tragen dürfen.

Wein-Abc

  • Barrique: Als Barrique bezeichnet man kleine Eichenfässer mit etwa 220 Liter Fassungsvermögen, in denen Wein ausgebaut wird. Dabei geht ein definierter Teil des Holzgeschmacks in den Wein über. Der Geschmack eines Weins kann durch den Ausbau im Barrique-Fass neue Facetten erhalten.
  • Bocksbeutel: Als Bocksbeutel bezeichnet man eine bauchige Flaschenform, die in Franken traditionell den besten Weinen vorbehalten ist. In einen Bocksbeutel dürfen nur Weine abgefüllt werden, deren Most mindestens 72 Grad Öchsle hat.
  • Chambrieren: Mit Chambrieren bezeichnet man das „Auf-Zimmertemperatur-Bringen“ eines Rotweines (deutlich geläufiger ist das Degorgieren).
  • Heckenwirtschaft: Als Heckenwirtschaft bezeichnet man einen zeitlich eng begrenzten Ausschank von Weinen im Weingut. Dieser Ausschank wird meist durch einfache, regionale Speisen begleitet. Winzer vermarkten ihre Weine so vor Ort und nutzen dafür ihre Probierstuben, Betriebsgebäude oder auch das eigene Wohnzimmer.
  • Wein-Lage: An sich ist die Lage eine geografische Bezeichnung, der Name eines Weinbergs, und sagt noch nichts über die Weinqualität aus. Namen wie „Volkacher Ratsherr“, „Eschendorfer Lump“, „Würzburger Stein“ oder „Iphöfer Julius-Echter-Berg“ sind aber auch zum Synonym für eine hervorragende Qualität geworden.
  • Öchsle: In „Grad Öchsle“ misst man den natürlichen Zuckergehalt des Traubensaftes.
  • Terroir: Als Terroir bezeichnet man das Ineinandergreifen der qualitätsgebenden Merkmale eines Weins. Darunter fallen beispielsweise die Rebsorte, der Boden, das Klima und natürlich auch die Arbeit des Winzers.

Weinregeln und moderner Trinkgenuss

Als Faustregel für „richtigen“ Weingenuss gilt: Trockene Weine vor süßen und weiße Weine vor roten trinken. Wein ist eben nicht nur Essensbegleiter, sondern hat auch Einfluss darauf, wie man die Aromen einer Speise wahrnimmt. Allzu starre Regeln sind beim Wein aber trotzdem nicht zu empfehlen. So gilt das Prinzip „Weißwein zu Fisch und Rotwein zu dunklem Fleisch“ längst als überholt. Erlaubt ist letztlich alles, was schmeckt. Hier gilt: Einfach mal ausprobieren! Sie werden u. a. verblüfft feststellen, dass kräftiger Weißwein einen guten Braten genauso gut begleitet, wie z. B. halbtrockene oder süße Weißweine den Käsegenuss vollenden.
Bei der Lagerung von Weinen gibt es hingegen schon Prinzipien: Soll der Wein lange gelagert werden, mag er es dunkel und kühl. Sollte das in Ihrer Wohnung nicht machbar sein, den Wein möglichst zeitnah genießen. Des Weiteren kann die Faustregel gelten: Je hochwertiger der Wein, desto länger kann man ihn aufheben. Einfache Weine sind gewöhnlich nicht zum Lagern gedacht, sondern sollten bald konsumiert werden.

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Frankenwein für Gscheidhaferl