Von Winkelranken und Kulturpflanzen

Wir sollten den Ägyptern dankbar sein! Sie fanden bereits vor über 5.000 Jahren heraus, dass die Weinreben ovale und runde Früchte in unterschiedlichen Farben hervorbringen, die sich zur Weiterverarbeitung eignen. Zum Anbau werden auch heute noch Klettersträucher an Gerüstsystemen angebracht, an denen sich Winkelranken bilden. Sowohl die kernigen als auch die kernlosen Früchte können sich so am besten entwickeln.   
Wirtschaftlich ist die Traube ebenfalls von großer Bedeutung – immerhin ist sie die zweitmeisten produzierte Obstsorte. 80 % werden dabei für die Weinproduktion verwendet, 10 % bleiben in ihrer Ursprungsform oder werden zu Traubensaft verarbeitet und die restlichen 10 % findet man als Rosinen im Handel wieder.
Übrigens: Eigentlich gibt sich die Weintraube, die wir als Obst verzehren, unter falschem Namen aus – grundsätzlich wird nämlich zwischen Tafeltrauben und Weintrauben unterschieden. Die Tafeltrauben werden direkt verzehrt, die Weintrauben wiederum gehören ins Glas.

Beerenstarke Inhaltsstoffe

Es gibt viele gute Gründe, warum die süßen Früchte in ihrer natürlichen Form möglichst oft auf dem Einkaufszettel landen sollten. So enthalten Trauben viele Ballaststoffe, die entschlackend und sättigend wirken. Auch der Anteil von oligomeren Procyanidinen und Resveratrol ist nicht zu verachten: Diese wertvollen Pflanzenstoffe, die vor allem in den kernhaltigen Trauben vorkommen, sorgen für eine ausgewogene Durchblutung und beugen Herz-Kreislauf-Krankheiten vor. Sogar die Beauty-Branche verarbeitet den Traubenkernextrat wegen seiner pflegenden Wirkung zu Cremes, Masken oder Bodylotions.
Naschen erlaubt: Auch wenn die vitaminhaltige Obstsorte mehr Kalorien enthält als zum Beispiel die Erdbeere, zählen sowohl die hellen als auch die dunklen Trauben mit knappen 67 Kilokalorien pro 100 Gramm eindeutig zu fettfreien Schlankmachern – vorausgesetzt sie sind nicht getrocknet. Denn Rosinen haben eine relativ hohe Zuckerkonzentration. 

Unersättliche Sonnenanbeterin

Während wir den Sommer am liebsten träge am Strand verbringen, muss die Weinbeere zu dieser Zeit besonders aktiv sein: Die wärmenden Sonnenstrahlen versorgen die Trauben mit zahlreichen Nährstoffen und lassen sie wachsen und gedeihen. Im September sind die heimischen Trauben in der Regel ausgewachsen und können bis Oktober geerntet werden. Wer von den knackigen Früchten nicht genug bekommen kann,  muss sich aber keine Sorgen machen: Außerhalb der heimischen Saison sind sie trotzdem Dauergäste in der Obstabteilung, die aus aller Herren Länder kommen. 

Gehaltvolles Brainfood

Beim Backen und Kochen mit Trauben sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Ob man die simple Variante wählt und sie morgens ins selbstgemachte Bircher-Müsli mischt, sie in den Kuchenteig integriert oder einen nahrhaften Smoothie daraus zaubert – Trauben sind immer ein Genuss. Der Vitaminbooster passt auch zu deftigen Speisen, etwa in Kombination mit Schweinerollbraten, Möhren und Zwiebeln oder zartem Rindsgulasch. Lust auf Nervennahrung? In getrockneter Form werden die Trauben dank des enthaltenen Niacins zur echten Konzentrationsstütze.

Wer seine Küche eher alibimäßig benutzt, wird sich vielleicht eher für die alkoholischen Substanzen interessieren. Ob fruchtiger Weißwein, trockener Rotwein oder sogar starker Obstbrand: Ein Gläschen mit guten Freunden geht immer.

Küchenfertig genießen

Grüne Stängel und pralle Beeren: Auf diese Kriterien sollte man beim Einkauf besonders achten. Einen weiteren Hinweis auf die Frische der Früchte gibt der feine Überzug auf der Schale, der unter Experten auch als Nebeltau oder Duftfilm bezeichnet wird. Dieser entsteht beim Temperaturwechsel von Nacht zu Tag und schützt vor dem Austrocknen. 

Vor dem Verzehr sollte man die Wein- und Tafeltrauben gut abwaschen – es kann immer mal vorkommen, dass sich wegen der Traubenform Schmutz und Rückstände auf der Beere befinden.

 

 



Traube für Gscheidhaferl