Maronen – gesunder Herbst- und Wintersnack

Der Weg der Marone

„Kasutah“ – trockene Frucht, so werden Kastanien in ihrer Heimat Vorderasien bezeichnet. Mit den Römern gelangte das Buchengewächs nach Italien und verbreitete sich von dort über das ganze Römische Reich bis nach Deutschland. Im 11. Jahrhundert wurden besonders in Regionen, wo kein Getreide wächst, Kastanienkulturen von Mönchen angelegt. Bis ins 20. Jahrhundert diente die Nussfrucht als Grundnahrungsmittel in weiten Teilen der der italienischen Alpen. Der Name Marone leitet sich aus dem italienischen Wort „marrone“ für Braun ab. Maronen zu sammeln, zu rösten und auf Märkten und anderswo zu verkaufen ist eine lange Tradition, die ursprünglich aus der Schweiz stammt und dort das Einkommen der Ärmsten sicherte.

Weltweit vertreten

Vom Armeleuteessen ist schon lange nichts mehr übrig: Heute gehören die gerösteten Kerne, liebevoll „Maroni“ genannt, zu winterlichen Märkten wie Glühwein, Plätzchen und Lebkuchen. Einige Esskastanien-Kulturen findet man in Deutschland in der Pfalz, im Rhein-Main-Neckar Gebiet und in geschützten Lagen in Norddeutschland. Wild wachsende Bäume kann man mit offenen Augen in warmen Gebieten jedoch öfter entdecken. Die meisten Maronen wachsen aber in China, gefolgt von anderen asiatischen Staaten und Amerika. In Europa produzieren besonders südliche Länder aufgrund ihres warmen Klimas Kastanien.

Harte Schale, weicher Kern

Die „Castanea sativa“ liebt saure sandige Böden mit einem geringen Anteil an Kalk- oder Tonmineralien. Das Buchengewächs kann bis zu 30m in den Himmel ragen. An den Zweigen hängen die Nussfrüchte mit ihrer stacheligen Hülle. Wenn die Früchte reif sind, platzt die grüne Hülle auf und offenbart zwei bis drei braune bis rotbraune Kastanien mit einer behaarten Spitze. Hinter der holzig ledernen Hülle verbirgt sich, von einer Samenhaut umhüllt, der weiße bis gelbweiße essbare Keimling.

Marone gleich Esskastanie?

Esskastanie oder Marone? Genau genommen ist die Marone eine Züchtung aus der Esskastanie – beide gehören zu den Edelkastanien. Im Laden bekommt man meist nur Maronen, wohingegen in der Natur meist Esskastanienbäume anzutreffen sind.

Esskastanien sind rund und zu einer Seite hin abgeflacht. Der nussige Geschmack und die Süße sind bei der Frucht nur schwach. Reif findet man die heruntergefallenen Früchte zwischen Ende September und Mitte Oktober. Die Marone hingegen ist ei- bis herzförmig mit einer flachen Seite. Ihr nussiges Aroma und ihr hoher Stärkegehalt macht sie ab Ende September zum beliebten Herbstsnack. Daneben gibt es noch die Dauermarone, die im Gegensatz zu ihren Artgenossen länger haltbar ist. Bis zu 3 Monate hält sich die Frucht an einem dunklen und kühlen Ort.

Wichtig: Edelkastanien nicht mit den bekannten Rosskastanien verwechseln! Letztere sind für den Menschen giftig. Die Esskastanien kann man ganz einfach an ihren langen dünnen Stacheln von den dicken kleinen Stacheln der Rosskastanie unterscheiden.

Gesunder Snack

Auf dem Weihnachtsmarkt verführt uns nur Ungesundes? Keine Spur! Maroni schmecken nicht nur süß, sondern sind eine gesunde Alternative zu Plätzchen und Lebkuchen. Aufgrund ihres hohen Stärkeanteils sind sie ein natürlicher Energielieferant – ähnlich wie Kartoffeln. Im Vergleich zu Nüssen beinhalten Kastanien mit 1,9 g pro 100g kaum Fett. Zudem enthält die Fruchtnuss viel Kalium und Vitamin B und C.

In der Küche

Meist genießen wir die Marone geröstet, doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten, aus der Nussfrucht raffinierte Speisen zu zaubern.

Für die klassischen gerösteten Maronen die Früchte vor dem Rösten einschneiden, damit sie während des Vorgangs nicht aufplatzen. Danach ca. 10 Minuten bei 200 Grad im Backofen rösten, bis ein herrlicher Duft aus dem Ofen steigt. Durch die Hitze verwandelt sich die Stärke in Zucker und die Kastanie erhält ihre bekannte Süße. Danach die Schale mit der der Haut entfernen. Die Frucht lässt sich leichter schälen, wenn man diese vor dem Rösten in Wasser einweicht. 

Maronen werden in Supermärkten häufig auch gekocht angeboten. Aus den gekochten Kastanien lassen sich Füllungen für Geflügel, Beilagen oder Maronenpüree zubereiten. Auch Suppen lassen sich damit wunderbar verfeinern. Wer schon mal an einem kalten Tag eine heiße, aromatische Maronisuppe gegessen hat, erinnert sich lange daran.

Die glutenfreie Kastanie wird in Italien auch als Mehl für Kuchen, Brot und die beliebten Gnocchi eingesetzt. In Korsika werden die aromatischen Früchte seit 1996 sogar einem Bier beigefügt, um einen mild würzigen Geschmack zu erzielen. 

Einkaufstipp:

Beim Einkauf sollte man drauf achten, dass die Schale der Marone schön glänzt und die Früchte prall aussehen. Wurmbefall erkennt man zudem an kleinen Löchern in der Schale. Um (zuhause) zu testen, ob die Maronen frisch sind, diese einfach wie ein Ei in ein Glas mit kaltem Wasser geben. Sinkt die Marone auf den Boden, ist diese frisch. Tut sie dies jedoch nicht lagert sie schon etwas länger, lässt sich aber zeitnah noch verarbeiten.