Uraltes Haus- und Nutztier

Schon seit 10.000 Jahren halten Menschen Schafe, damit gehören die wolligen Genossen zu den ältesten Haus- und Nutztieren. Das Hausschaf zählt zur Gattung der Ovis und entwickelte sich aus dem Mufflon. Sein Ursprung wird in der Gegend des heutigen Irak verortet. Von dort erreichten 7.000 v. Chr. die ersten Paarhufer Europa. Bis sie jedoch auch in Deutschland heimisch wurden, dauerte es noch seine Zeit. Doch galt das Schaf bis in die Bronzezeit aufgrund seiner Wolle, seiner Milch und seines Fleisches als wichtigstes Haustier überhaupt.

Schäfchen zählen

Weltweit leben über eine Milliarde Schafe, die zu 600 Rassen gehören. Allein 50 Rassen sind auch in Deutschland zu finden. Bis in die 1950er Jahre galt die Wolle der Tiere, die bis zu 20 Jahre alt werden, als wichtigstes Gut. Mit dem Vormarsch anderer Fasern zur Textilherstellung nahm die Bedeutung von Schurwolle ab, sodass Schafe heute vor allem wegen ihres Fleisches und ihrer Einsatzmöglichkeiten in der Landschaftspflege geschätzt werden. In Bayern leben mit rund 210.000 Exemplaren die meisten Schafe in Deutschland. Im Durchschnitt kommen 33 Tiere auf 6.300 Betriebe , doch seit Jahren ist ein Rückgang des Schafbestands in Deutschland zu verzeichnen. Auch der uralte Beruf des Schäfers ist infolgedessen immer seltener anzutreffen. In Sachen Schafhaltung bildet die Bundesrepublik das Schlusslicht in der EU. In Frankreich und Italien werden zum Beispiel deutlich mehr Tiere gehalten.

Draußen zuhause

Bei der Haltung von Schafen unterscheidet man zwischen der Wanderschafhaltung bzw. standortgebundene Hütehaltung und der Koppelschafhaltung. Die erste zeichnet sich durch die Betreuung der Herde durch einen Schäfer aus. Schafe in der Koppelschafhaltung grasen dagegen in einem eingezäunten Bereich und benötigen deshalb keine Anwesenheit des Schäfers. Auf der Weide ernähren sich die Wiederkäuer von Gras, im Stall von Heu und Silagen. Zusätzlich erhalten Tiere, die für die Fleischproduktion vorgesehen sind, Kraftfutter aus Körner und Samen.

Viel zu bieten

Als Nutztiere sind Schafe äußerst vielseitig: Ihre aromatische Milch wird seit Urzeiten sowohl frisch getrunken als auch zu Joghurt und Käse verarbeitet. Feta und Roquefort sind typische Käsesorten aus Schafmilch.

Die Wolle von Schafen wird zu unterschiedlichsten wärmenden und selbstreinigenden Textilien verarbeitet. Ganze Lammfelle dienten früher ebenfalls zu Bekleidungszwecken, werden heute aber vor allem im Wohnbereich als wärmende Deko eingesetzt. 

Lammfleisch genießet im Süden Europas, insbesondere auf dem Balkan, eine große Beliebtheit. Auch in Deutschland schätzen immer mehr Gourmets das aromatische, zartfaserige Fleisch.

 

In der Landschaftspflege werden die Tiere ebenfalls eingesetzt. An den Küsten wird durch das Grasen der Herden das Land um die Deiche zu festeren Grasnarben verdichtet und so vor Erosion und einem Abtragen durch die Flut geschützt. Auch Bergregionen und Wälder profitieren von dieser natürlichen Verdichtung. In Weihnachtsbaumkulturen tragen Schafe einer speziellen Rasse zu kräftigeren Bäumen bei: Sie fressen die Unkräuter, lassen jedoch die Nadelgehölze unversehrt. So kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert werden.

Zarter Genuss

Lammfleisch stammt von Lämmern, die meist jünger als neun Monate sind, da deren Fleisch besonders zart ist. Fleisch von älteren Tieren wird als Hammelfleisch bezeichnet, kommt aber selten zum Einsatz. Das hellrosa bis dunkelrosa Fleisch zeichnet sich durch seinen geringen Fettgehalt aus sowie seinen hohen Anteil an Nicotinamid aus. Nur 100 g Lammfleisch decken den täglichen Vitamin B12 Bedarf eines Erwachsenen. Mit 117 kcal pro 100 Gramm ist Lamm vergleichsweise kalorienarm. Hochwertige Ware erkennt man an einer schönen Marmorierung und einem weißen Fettrand.

Zum Kochen eignen sich vor allem Rücken und Keule, da diese besonders zart sind. Aber auch das Fleisch aus Schulter und Hals, das etwas fester ist, findet in vielen Speisen Verwendung. Die bindegewebsreichen Haxen sind hingegen besonders saftig. Damit das Fleisch nicht trocken wird, sollte es in heißem Fett angebraten werden und der Fettrand erst nach dem Braten entfernt werden. Ein Zweig Rosmarin verleiht Lamm eine mediterrane Note. 

Wer heißt wie?

Lamm nennt man Tiere, die nicht älter als ein Jahr sind.

Milchlamm bezeichnet Lämmer zwischen 8 Wochen und 6 Monaten.

Hammel sind männliche kastrierte Tiere oder weibliche Tiere ohne Nachwuchs, die maximal 2 Jahre alt sind.

Schaf heißen weibliche und männliche, kastrierte Tiere über 2 Jahren

Bock werden männliche Tiere genannt, die nicht kastriert sind und älter als 1 Jahr sind.

Schaf für Gscheidhaferl