Von weißen Trieben und blauem Speck

Wer im Lateinunterricht aufgepasst hat, für den wird die Namensherkunft des Kohlrabi keine große Überraschung sein: Kohl kommt vom lateinischen „caulis“ und „rapum“ steht für die Rübe. Statt unter der Erde wächst der Kohlrabi im Gegensatz zu anderen Rübenarten allerdings über der Erde, weshalb er auch gerne als Oberrübe bezeichnet wird. 

Weiß und Blau sind nicht nur die Farben der bayerischen Flagge: Der Brassica oleracea begegnet uns im Supermarkt in den unterschiedlichsten Farbtönen. Mittlerweile finden wir in Deutschland über 40 Kohlrabi-Sorten, die sich sowohl in der Anbauzeit als auch in der Farbe und in der Knollenform unterscheiden. Verständlich, dass man da die Knolle vor lauter Blättern nicht mehr sieht. Ein guter Griff sind aber auf jeden Fall die Sorten „Wiesmoor weißer Trieb“, „Wiener blauer Glas“ und „Blauer Speck“. Geschmacklich gibt es nur feine Unterschiede – die hellen Exemplare sind etwas milder als die bläulich-violetten. 

Natürliche Stärkung der Abwehrkräfte

Stichwort: Vitamin C! Die Ascorbinsäure, die der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann und die in großen Mengen in der populären Stängelrübe steckt, kräftigt unser Immunsystem und steigert unsere Konzentration. Auch unser Magnesiumhaushalt wird beim Verzehr von Kohlrabi  ordentlich aufgefüllt – und das freut nicht nur ehrgeizige Sportler. Wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sind gut für das Herz, die Blutbildung und kräftige Knochen. 

Der Sommer-Body ist noch nicht bereit für den Urlaubsstrand? Wer eine ausgewogene Diät in Betracht zieht, wird sich über die Werte der nahrhaften Knolle freuen: Gerade mal 24 Kilokalorien pro 100 g bringt der leichte Genuss auf unsere Hüften.

Junge Frischluft-Fanatiker

Frisch vom Feld – so schmeckt der Kohlrabi am besten. Auch wenn man ihn das ganze Jahr über kaufen kann, ist die Zeit von April bis in den Spätsommer der ideale Zubereitungszeitraum für die zweijährige Pflanze, da diese dann direkt aus dem heimischen Freilandanbau kommt. Von November bis April übernehmen meist die Italiener und die Spanier die Lieferung an den deutschen Markt.

Kräftigende Nervennahrung für die ganze Familie

Selbst die jüngsten Gemüsekritiker unter uns – also die Kinder – schätzen das dezent süßlich-nussige Aroma des cremefarbenen Fruchtfleischs. Ob als praktischer Snack unterwegs oder als vollwertige Mahlzeit in Form eines vegetarischen Schnitzels: Das zarte Fleisch und der liebliche Geschmack sind genau das Richtige für alle Familienmitglieder.  

Für anspruchsvolle Gaumen: Gegarter Kohlrabi, eine cremige Sauce, frische Kräuter und leichtes Zanderfilet runden den Low-Carb-Genuss perfekt ab. Wer es deftiger mag, ersetzt die Kartoffeln im Püree durch Kohlrabi-Scheiben, verziert das Ganze mit Käse und lässt sich die herzhafte Mahlzeit auf der Zunge zergehen. Ein echter Geheimtipp sind im Übrigen auch die Blätter des Knollengewächses. Diese lassen sich wie Spinat zubereiten und sind eine willkommene Abwechslung auf dem Esstisch.

Tipps für die Küche

Der ultimative Frischetest ist nur bestanden, wenn die Blätter fest und knackig und die Knollen nicht holzig sind. Auch die Oberfläche gibt eindeutige Hinweise auf den Zustand des verträglichen Vitamin-Boosters: Wenn sie glatt und nicht aufgeplatzt ist, darf er mit nach Hause. 

Wenn die Gemüsepflanze dann aus der Tüte in den Kühlschrank wandert, sollten die Blätter entfernt werden und die Knolle in ein feuchtes Tuch gewickelt werden. So überlebt sie sogar bis zu einer Woche im Gemüsefach – während die Blätter nach zwei Tagen kühler Lagerung schon schlapp machen. Man kann den angeschnittenen Kohlrabi auch an den Schnittstellen mit Frischhaltefolie abdecken und ihn kurze Zeit später weiterverarbeiten. Auch einfrieren ist eine Lösung. Dazu den Kohlrabi einfach waschen, schälen und die zerkleinerte Knolle für wenige Minute blanchieren. 

 

 



Kohlrabi für Gscheidhaferl