Junge Früchtchen

Rosenkohl ist ein noch relativ junges Gemüse. Die ersten Belege für seinen Anbau sind auf das Jahr 1587 im heutigen Belgien datiert. Von dort gelangte er Anfang des 19. Jahrhunderts nach Frankreich über England nach Nordamerika. Bis heute sind Frankreich, Großbritannien und die Niederlande Hauptanbaugebiete von Rosenkohl, der dort als besonders feines Gemüse gilt. Als typischer Winterkohl hat er von November bis Januar Hauptsaison. Nach dem ersten Frost schmecken die Röschen milder und weniger herb.

Knackige Knospen

Beim Rosenkohl werden die Knospen verwendet, auch Blattröschen genannt. Sie bilden sich in spiralförmig aufsteigender, dichter Anordnung im oberen Bereich eines 50 bis 70 cm langen Stängels. In den Handel kommen abgeschnittene Röschen mit einem Durchmesser von 10 bis 50 mm. Der enthaltene Bitterstoff Glucosinolat verleiht dem Rosenkohl seinen speziellen Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist. So ist das Gemüse in Deutschland – bislang – eher Kennern vorbehalten: Gerade einmal 400 Gramm Rosenkohl werden in Deutschland pro Kopf und Jahr verzehrt. Dabei lassen sich die Kohlsprossen je nach Kombination und Würzung ganz unterschiedlich zubereiten: als herzhafter Auflauf, als wärmende Suppe oder auch pur mit etwas Butter und Muskat verfeinert.

Vital durch den Winter

Im November, wenn sich die Mehrheit der Gemüsepflanzen in den Winterschlaf verabschiedet, wird der Rosenkohl erst richtig wach. Ideal für alle, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun und sich in der Erkältungszeit vor unliebsamen Eindringlingen schützen möchten. Der Inhaltsstoff Sulforaphan wirkt nicht nur antioxidativ und entzündungshemmend, sondern beugt auch Krebs vor. Und der Bitterstoff Glucosinolat, der Rosenkohl den feinherben Geschmack verleiht, verbessert die Darmgesundheit und stärkt das Immunsystem.

Nur frisch ein Genuss

Im Supermarkt gibt es Rosenkohl frisch – meist im Netz oder in Klarsichtfolie abgepackt – oder als Tiefkühlgemüse. Beim Kauf von frischen Röschen sollten Sie auf eine hell- bis dunkelgrüne Färbung achten, die Blätter sollten dicht geschlossen sein und bei Druck leicht nachgeben. Die Frische des Rosenkohls erkennt man an glatten und hellen Schnittflächen. Von müden, trockenen Röschen mit welken Außenblättern sollte man dagegen die Finger lassen.

Tipps für die Küche

Bis zu vier Tage hält sich Rosenkohl in einem Plastikbeutel im Gemüsefach des Kühlschranks. Beim Lagern sollte der Kontakt mit Früchten oder Fruchtgemüse, wie zum Beispiel Äpfel oder Tomaten, vermieden werden, denn die Kohlröschen reagieren sensibel auf deren Pflanzenhormon Ethylen. Tiefgefroren hält Rosenkohl rund ein Jahr. Er sollte jedoch vor dem Einfrieren blanchiert und getrocknet werden. 

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