Oldie but goldie

Gerste ist die älteste bekannte Getreideart. Ihren Ursprung hat sie im vorderen Orient und der östlichen Balkanregion. Dort wurde sie bereits um 7.000 v. Chr. kultiviert. 2.000 Jahre später gelangte der Gerstenanbau nach Mitteleuropa. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden die Ähren mit den langen Grannen als wertvolles Viehfutter geschätzt. 

Anspruchslos und ertragreich

Die Gerste reiht sich – neben Weizen, Mais und Reis – zu den wichtigsten Getreidesorten weltweit ein. Nur rund 100 Tage Wachstum genügen dem widerstandsfähigen Süßgras, um einen guten Ertrag zu liefern. Man unterscheidet zwei Sorten: Wintergerste wird im September ausgesät und besitzt einen hohen Eiweißanteil. Dieser macht sie als Tierfutter besonders geeignet. Sommergerste hingegen wird erst im Frühjahr angebaut und unter anderem für das Brauen von Bier verwendet.

Fest oder flüssig

Ob Grütze, Graupen, Mehl oder Müsliflocken: Mit einem Kohlenhydratgehalt von 65 Prozent lässt sich Gerste zu den verschiedensten Nahrungsmitteln weiterverarbeiten. Schon Hippokrates von Kos beschrieb ausführlich die nahrhafte und sogar heilende Wirkung von gestampfter Gerste. In flüssiger Form findet sich die Körnerfrucht heute in Bier, Malzkaffee und sogar Whiskey wieder.

Bekömmlich und fettarm

Einen Großteil der Inhaltsstoffe (rund 60–70 Prozent) von Gerste machen Kohlenhydrate – überwiegend in Form von Stärke – aus. Ballaststoffe und Eiweiße sind je nach Sorte etwa zu einem Zehntel enthalten. Der Fettanteil beläuft sich gerade einmal auf zwei Prozent.

Am besten im Team

Gerste allein ist wegen ihres geringen Gehalts an Klebereiweiß nicht backfähig. Zu Brot weiterverarbeiten lässt sie sich aber sehr gut in Kombination mit Weizen und Dinkel.

Bei Unverträglichkeit

Gerste enthält Gluten und ist daher für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) nicht geeignet.

Mehl – auf die „Type“ kommt es an!

Mehl ist nicht gleich Mehl. Die Typenzahl steht für den Mineralstoffanteil. Für das perfekte Backergebnis sollte man wissen, was dahintersteckt. Generell gilt: Je dunkler das Mehl, desto höher die Typenzahl.

  • Mehl-Type 405: Das blütenweiße Mehl ist der Klassiker und ist dank seiner sehr guten Backeigenschaften ideal für feines Gebäck oder zum Binden von Soßen.
  • Mehl-Type 550: Das etwas dunklere Mehl eignet sich für die Zubereitung von Teigen, die besonders feinporig und locker werden sollen, zum Beispiel für Rührteig.
  • Mehl-Type 1050: Durch seinen kräftigen und leicht nussigen Geschmack ist das dunkle Mehl für herzhafte Backwaren wie Pizza, Quiche und Mischbrote geeignet.
  • Vollkorn-Mehl: Das dunkle Mehl aus dem ganzen Getreidekorn ist fest und trocken und braucht daher beim Backen mehr Flüssigkeit. Perfekt für Brot und Brötchen.

Gerstenwasser hilft

Ein bewährtes Hausmittel zur Senkung von Fieber ist Gerstenwasser. Dazu einfach 100 g Naturgerste in zwei Liter Wasser zum Kochen bringen und anschließend bei niedriger Temperatur zwei Stunden köcheln lassen. Anschließend die Gerste abseihen und nach Belieben mit Honig süßen.

Für Magen und Darm


Bei Magen-Darm-Erkrankungen empfiehlt sich Gerstenschleim, denn er beruhigt und heilt und hilft so, eine Störung der Darmflora auszugleichen. Gerste in Form von getrockneten Keimen fördert hingegen die Verdauung.