Ertragreicher Brotfisch

Ob man sie Maräne, Felchen, Reinanke oder Schnäpel nennt: Renke bleibt Renke. Auch unter dem Namen Coregonus ist die artenreiche Gattung dank ihrer Winkelpupille bekannt. Statt mit einem kreisrunden Sehloch ist die Renke mit einem Ausschnitt im Auge ausgestattet, der in die Richtung zeigt, aus der die Nahrung vorwiegend herangeschwommen kommt. Bayerische Berufsfischer nennen die Renke auch gerne Brotfisch – da sie den Hauptteil am Fangertrag in der Netzfischerei ausmacht. 

Nahrungstechnisch kann man die Renken in zwei verschiedene Formen unterteilen: Die Schwebrenken, die sich im Freiwasser aufhält, um nach tierischem Plankton (zum Beispiel Wasserflöhe und Hüpferlinge) zu schnappen und die Bodenrenken, die kleine Würmer oder andere Bodenorganismen bevorzugen. Während über den Sommer, bedingt durch höhere Wassertemperaturen und ein besseres Futterangebot, gewöhnlich ein rascher und größerer Zuwachs erfolgt, ist das Wachstum im Winter stark verlangsamt oder bleibt völlig aus.

Leichter Genuss

Auch wenn der Speisefisch ähnlich wie sein Verwandter, der Lachs, nicht ganz mager ist, eignet er sich ausgezeichnet für eine gesundheitsbewusste Low-Carb-Ernährung. Die Renke enthält praktisch keine Kohlenhydrate, dafür aber viele Proteine und hat durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine äußerst günstige Fettzusammensetzung. Der Verzehr von Renken liefert zudem wertvolle Mineralstoffe und kleine Mengen an Vitaminen. 

Flinker Planktonfresser

Geschickt ist sie, die Renke. Da man sie nur schwer an die Angel bekommt, weil die klassischen Köder wie zum Beispiel Würmer bei ihr nicht funktionieren, verwenden Angelfischer sogenannte Hegenen. Das ist ein System aus Mehrfachhaken, welche als Mückenlarven getarnt werden, die „Nymphen“ genannt werden und die Fische in die Irre führen sollen. 

Gefischt wird bis Ende September – ab Oktober beginnt die Laichzeit der Milchner (Männchen) und Rogner (Weibchen). Ende des Jahres fangen die jungen Tiere an, am Grunde des Sees zu schlüpfen, um dann in das Freiwasser aufzusteigen und zu fressen.

Lieber gebraten als gekocht

Wer die Renke in seiner geschmackvollsten Variante kennenlernen möchte, der sollte sich auf einen spontanen Wochenend-Tripan die bayerischen Seen begeben. Dort werden die Fische fangfrisch ausgenommen oder geräuchert, im ganzen oder als Filet direkt vom Berufsfischer, oder als Delikatesse auf den Speisekarten erstklassiger Restaurants angeboten.

Auch für Experimente in der Küche eignet sich die Renke: Ob meliert oder knusprig paniert, serviert in der Papierhülle oder klassisch angemacht mit leichter Zitronensauce sorgt der Süßwasserfisch für Vielfalt am Esstisch. Auch gegrillt und gedünstet ist sie ein Gedicht. Gekocht wird sie eher selten.

Der vom Berufsfischer ausgenommene beziehungsweise filetierte Fisch lässt sich optimal weiterverarbeiten. Dafür den Fisch kurz abspülen und trocken tupfen. Zur Aufbewahrung im Kühlschrank eignet er sich maximal ein bis zwei Tage. 

 

 



Renke für Gscheidhaferl

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