Rund und gut: Das Ei

Das Ei ist nicht nur als Lebensmittel seit Jahrtausenden von zentraler Bedeutung: Es ist in vielen Kulturen auch ein Symbol für Fruchtbarkeit und Auferstehung. Unter seiner zerbrechlichen Schale steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Einer, der das am besten weiß, ist Eierbauer Thomas Reichl vom Brandlhof in Garching an der Alz. Er legt oberste Priorität auf ein qualitativ hochwertiges Produkt aus der Region. Und das erfolgreich in dritter Generation. Von der Versorgung der Tiere bis zur Verpackung der Eier: „Jeder ist für alles da“, erzählt der Bauer stolz über seinen Familienbetrieb.

Optimal verwertbar

Im Inneren eines Eis befinden sich der Eidotter und das Eiklar. Das Gelbe vom Ei setzt sich zusammen aus 48 Prozent Wasser, 16 Prozent Proteinen und etwa einem Drittel Fett. Das Eiklar besteht zu 90 Prozent aus Wasser, der Rest ist pures Eiweiß. Das Eier-Eiweiß besitzt die höchste biologische Wertigkeit, die ein natürliches Nahrungsmittel besitzen kann. Das bedeutet: Es kann vom Körper vollständig verwertet werden.

Das Gelbe vom Ei

Im Zentrum des Hühnereies liegt der Dotter. Die Dotterkugel hat einen Durchmesser von etwa drei bis vier Zentimetern. Das Besondere: Der Dotter besteht nur aus einer einzigen Zelle und ist damit die größte bekannte biologische Zelle.

Für starke Muskeln

Dank ihres hohen Eiweißgehaltes sind Eier wertvolle Lebensmittel. Ob gekocht, pochiert oder gebraten: Im Rahmen einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung unterstützen sie den Körper beim Muskelaufbau. Mit rund sieben Gramm pro Ei hält sich ihr Fettgehalt zugleich in Grenzen.

Und auch Bauer Reichl schätzt die vielen Vorteile seiner Eier: Für ihn gehört zu einem perfekten Frühstück immer ein 5-Minuten-Ei oder ein Rührei. Die perfekte Grundlage für seinen abwechslungsreichen Tag, der sowohl klassische Stallarbeiten wie Tier-, Futter- und Wasserkontrolle, als auch Büroarbeiten umfasst. "Die große Herausforderung in meinem Job ist, dass jeder Tag anders ist", so der Bauer.

Vom Huhn zum Ei

Bereits in der Antike kam die große philosophische Frage auf: Was war zuerst da – das Ei oder die Henne? Die Wissenschaft ist sich bis heute unschlüssig darüber. Die These, das Ei wäre zuerst da gewesen, überwiegt jedoch aktuell in der Diskussion um das „Henne-Ei-Problem“.

Weiß oder braun

Welche Farbe die Eierschale hat, liegt an der Hühnerrasse, genauer: an der Farbe der „Ohrläppchen“. Hühner mit weißen Läppchen legen vorwiegend weiße Eier, Rassen mit roten Läppchen braune.

Richtig lagern

In der Regel sind Eier etwa 28 Tage ab Legedatum haltbar. Ab zehn Tagen vor Ablauf sollten sie gekühlt werden. Dabei sollten sie jedoch immer mit der Spitze nach unten gelagert werden, sonst bleibt der Dotter an der Ei-Membran kleben und trocknet dort im schlimmsten Falle an.

Frischecheck

Wie sich der Frischezustand von Eiern kontrollieren lässt? Ab ins Wasserbad! Bei Über- oder zu warmer Lagerung trocknet das Ei schneller aus und die Luftkammer wird größer – so schwimmt das Ei nach oben. Ein Beweis, dass es nicht mehr frisch ist – und damit nur noch durcherhitzt verwendet werden soll. Bleibt das Ei unter Wasser, ist es frisch.


Ei für Gscheidhaferl

Eier werden in Güte- und Gewichtsklassen eingeteilt. Im Einzelhandel findet man ausschließlich Eier der Güteklasse A. Sie sind maximal 21 Tage alt und ihre Luftkammer ist nicht größer als 6 mm. Das Ei muss intakt und unbebrütet sein. Da sich auf dem Ei, zum Schutz vor eindringenden Keimen, die „Oberhaut oder Kutikula“ befindet, dürfen Eier nicht gewaschen werden. Eier aus Deutschland klassifiziert man nach den Gewichtsklassen S (unter 53 g), M (53-63 g), L (63-72g) und XL (73 g und mehr).
Welche Farbe der Dotter hat, wird durch das Futter für die Hennen bestimmt. Goldgelb bis Orange wird das Eigelb bei einer Fütterung mit vielen roten Carotinoiden, wie sie unter anderem in Paprika vorkommen. Enthält das Futter gelbe Carotinoide, wie in Gras oder Mais enthalten, wird der Eidotter später heller sein.

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