Wie kommt die Milch in den Supermarkt?

Der Weg der Milch

Auf dem Weg von der Kuh in den Supermarkt durchläuft das "weiße Gold" so einige wichtige Stationen. Wann gibt eine Kuh überhaupt Milch? Wie und wo wird sie kontrolliert? Und was muss noch beachtet werden?

Erst Kalb, dann Milch

Der Weg der Milch beginnt bei der Kuh. Anders als bei Huhn oder Ei ist die Reihenfolge klar: Erst Kuh, dann Kalb, dann Milch. Milch geben Kühe erst, nachdem sie ihr erstes Kalb geboren haben. Das passiert im Alter von etwa 27 Monaten. Trächtig sind Kühe – ähnlich wie der Mensch – rund neun Monate. Im Durchschnitt gibt eine Milchkuh etwa 22 Liter Milch am Tag, jedoch nimmt die tägliche Menge im Laufe der Monate ab. Damit der Milchfluss nicht ausbleibt, muss die Kuh wieder ein Kälbchen zur Welt bringen. In den letzten beiden Monaten der Trächtigkeit hört der Bauer mit dem Melken auf, er gönnt der Kuh eine Ruhephase und stellt sie trocken. 

In den ersten Tagen nach der Geburt gibt die Kuh ihre sogenannte Kolostralmilch (auch Biestmilch genannt), besonders reich an Abwehrstoffen und damit wichtig für die Gesundheit, an das Kalb ab. Nach der Kolostralmilch für das Kalb, die oftmals gelblich und dickflüssiger ist, kann die Milch der Kuh auch wieder für die Produktion von Lebensmitteln verwendet werden.

In den meisten Ställen gehen die Kühe heutzutage alleine in den Melkstand, in dem sie mindestens zweimal mit einer Melkmaschine oder -roboter gemolken werden.

An Kontrollen wird nicht gespart

Die Rohmilch wird von dort direkt über Rohrleitungen in einen sauberen Kühltank auf dem Hof befördert und gelagert. Da die Milch leicht verderblich ist, muss sie schnell auf mindestens 6-8 Grad Celsius heruntergekühlt werden, je nachdem ob die Milch jeden Tag oder zweitägig abgeholt wird. 

Durchschnittlich wird das „weiße Gold“ alle zwei Tage vom Milchsammelwagen der Molkerei abgeholt. Bei diesem Vorgang werden automatisch Proben gezogen, die in einem unabhängigen Labor untersucht werden.

Hygiene und Qualitätssicherung stehen auch in der Molkerei an oberster Stelle. Denn bei jeder Anlieferung in der Molkerei wird die Rohmilch zunächst auf den Eiweiß- und Fettgehalt, Keimzahl, Hemmstoffe als Nachweis für Antibiotikarückstände und Zellgehalt geprüft. Eine gute Milchqualität zeichnet sich durch hohe Eiweiß- und Fettgehalte sowie niedrige Keim- und Zellzahlen aus.

Die Vielfalt wird sichtbar

In der Molkerei wird die Rohmilch zunächst erwärmt. Die erwärmte Milch kommt anschließend in einen Separator (Zentrifuge) und wird dort geschleudert. Die schwerere Magermilch wird nach außen transportiert, während der leichtere Rahm (auch als Sahne bezeichnet) innen verbleibt. Dabei erfolgt auch ein Reinigungsschritt. Schmutzpartikel und Mikroorganismen weisen ein höheres Gewicht auf und sammeln sich daher an der Außenwand des Separators.

Nach der Reinigung wird der Rahm erhitzt und homogenisiert. Durch die Erhitzung werden die noch verbliebenen Mikroorganismen möglichst vollständig abgetötet. Durch das Homogenisieren werden die Fettkügelchen fein zerkleinert, damit sie sich später gleichmäßig in der Milch verteilen können. Das Fett setzt sich anschließend nicht mehr als Rahm an der Oberfläche ab. Als Folge kann das Produkt über mehrere Wochen gelagert werden. Aus der vorbehandelten Milch entstehen durch weitere verschiedene Herstellungstechnologien unterschiedliche Milcherzeugnisse. 

Kühlkette ist das A und O

Zuletzt geht es für die fertigen Produkte via Transporter in den Lebensmitteleinzelhandel wie Supermärkte und Discounter. Damit die Milchprodukte auf dem Weg in den Supermarkt auch frisch und haltbar bleiben, wird strengstens auf eine durchgängige Kühlkette geachtet: diese darf zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden. Um die Qualität weiterhin zu überprüfen und sicherzustellen, werden von den unterschiedlichen Behörden Stichproben von Milchprodukten untersucht.

Und nun gilt es nur noch, die verschiedensten Köstlichkeiten und Produkte aus bayerischer Milch zu genießen.

Ihr wollt wissen aus welcher Molkerei euer Milchprodukt kommt? Mit unserer Milchcode-Suchmaske könnt ihr das ganz leicht herausfinden!

Wie kommt die Milch eigentlich in den Supermarkt?