O Tannenbaum, o Tannenbaum!

Mit kontrollierter Christbaum-Qualität aus Bayern wird das Fest besonders „heimelig“.

Spätestens Anfang Dezember stellen sich Millionen Haushalte dieselbe Frage: Wo kaufen wir eigentlich in diesem Jahr unseren Christbaum? Schließlich gibt es an allen Ecken Verkaufsstände, die Preise gehen zum Teil allerdings recht weit auseinander. Welches sind also die Unterschiede, in qualitativer und auch in ökologischer Hinsicht? Um diese Entscheidung zu erleichtern, gibt es seit 2011 den Verein Bayerische Christbaumanbauer e.V.. Sein Ziel ist es, die Verbraucher über die Vorzüge des heimischen Naturbaums zu informieren, Qualitätsstandards zu definieren und zu sichern sowie bayernweit einen umweltfreundlichen Weihnachtsbaum- und Schnittgrünanbau zu fördern.

Nur die Herkunft zählt

Bayern ist eines der waldreichsten Bundesländer – zu den Waldbesitzern zählen auch viele Land- und Forstwirte, die Nadelbäume für Weihnachten anbauen. Der Verein Bayerischer Christbaumanbauer e.V. führt diese Betriebe zusammen. Mit mittlerweile rund 190 Mitgliedern ist er einer der größten Landesverbände in Deutschland. Für die Haushalte in Bayern heißt das: Sie können fast überall hochwertige Christbäume aus heimischer Produktion bekommen und müssen nicht auf Ware aus dem Ausland zurückgreifen. Die Vorteile sprechen für sich: So legen Bäume aus der Region die kürzesten Wege zurück, stehen also mit dem besten ökologischen Fußabdruck da. Doch das ist noch nicht alles. Laut den Richtlinien des bayerischen Waldbesitzerverbands dürfen die Bäume im Freistaat erst nach dem 10. November geschlagen werden. So kommen sie frisch und knackig in die warmen Stuben und behalten ihr grünes Kleid bis zum Ende der Weihnachtszeit.

Unterschiedliche Traditionen

„Immer mehr Verbraucher stellen ihre Bäume in Anlehnung an angelsächsische Traditionen schon ab dem 1. Advent auf und werfen sie zwischen Silvester und dem 6. Januar wieder hinaus“, weiß der Vorsitzende des Vereins Bayerischer Christbaumanbauer, Thomas Emslander. „Andere wiederum behalten ihren Baum vom 23. oder 24. Dezember bis zum 2. Februar, Maria Lichtmess – dem Tag, an dem traditionell in vielen Gegenden der Weihnachtsschmuck wieder aus den Kirchen und Häusern entfernt wird.“ Rund fünf bis sechs Wochen steht der Baum in vielen Fällen in der warmen Stube. „Das ist bei maximaler Qualität und Frische sowie guter Pflege aber kein Problem“, betont Emslander. Für die Qualität und Frische macht sich sein Verein stark, auch Pflegetipps bekommt man auf der Website. Die wichtigsten stellen wir hier weiter unten in unseren Verbrauchertipps vor.

Chemiefreie Weihnacht

Dem engagierten Vereinsvorsitzenden liegt aber noch ein ganz anderes Thema am Herzen: das Qualitäts-Siegel „kontrollierte Qualität Bayern“. Was verbirgt sich dahinter?

„Wir wollen saubere, chemiefreie Bäume in die Häuser bringen“, erklärt Thomas Emslander. Immerhin könnten empfindliche Menschen auf Rückstände von Pestiziden, die in der warmen Luft ausdampfen, mit Beschwerden reagieren. Deshalb garantiert das Siegel „kontrollierte Qualität“, dass in den letzten drei Jahren vor dem Schlag des Baumes keine chemisch-synthetische Behandlung über den Kopf stattfindet. Rückstandskontrollen bestätigen den Erfolg dieses Konzepts. Jeder Baum, der das Siegel trägt, ist zudem bis zu seinem Ursprungsbetrieb zurückverfolgbar. Und je mehr Verbraucher beim Baum-Kauf auf kontrollierte Qualität aus Bayern achten, desto stärker wird eine nachhaltige, heimische Christbaumproduktion unterstützt.

Preise und Bezugsquellen

Die Preise für den wichtigsten Baum des Jahres sind seit Jahren relativ stabil. Ein fairer Verkaufspreis für einen heimischen Baum trägt zur Existenz der regionalen Betriebe bei. Die Tanne oder Nordmanntanne, der beliebteste Christbaum der Deutschen, kostet 2018 zwischen 18 und 24 Euro pro Meter, bei der Fichte oder Blaufichte sind es 10 bis 16 Euro pro Meter. Wer sich einen Weihnachtsbaum in kontrollierter Qualität aus der Region sichern möchte, findet hier eine Bezugsquelle in seiner Nähe.

Verbraucher-Tipps

Wochenlang ein sattgrünes Kleid ohne Nadelverlust? Das wünschen wir uns doch alle. Mit den folgenden Tipps aus erster Hand klappt es sicher:

 

1. Der richtige Zeitpunkt

Der Kauf- oder Schlagzeitpunkt hängt natürlich davon ab, wann Sie Ihren Baum aufstellen möchten. Für den klassischen Zeitraum gilt: Wer seinen Baum möglichst frisch erhalten möchte, kauft nicht vor dem 6. Dezember. Aber auch nicht in allerletzter Minute. Sonst kann sich der Baum nicht mehr rechtzeitig akklimatisieren. Ideal ist der Zeitraum 10.-20. Dezember für alle, die am 24. einen prachtvoll leuchtenden Baum haben möchten.

 

2. Transport

Ganz wichtig: Der Baum darf während des Transports keinem Salznebel ausgesetzt werden, wie er um die Jahreszeit bei eis- oder schneebedeckten Fahrbahnen häufig anzutreffen ist. Salz trocknet den Baum aus. Also entweder gut einpacken oder gleich im geschlossenen Fahrzeug transportieren.

 

3. Lagern

Stellen Sie den Baum auf der Terrasse oder dem Balkon an die frische Luft – aber in den Schatten. Achtung: Nicht in die Garage stellen – dort gibt es im Winter oft reichlich Salz am Boden. Den Baum jetzt noch nicht wässern, sondern erst, wenn er im Warmen steht.

 

4. Aufstellen

Entfernen Sie einen Tag vor dem Aufstellen das Netz, damit sich die Zweige in ihre natürliche Form strecken können. Wählen Sie einen Christbaumständer mit Wasserbehälter. Angespitzte Bäume nehmen Wasser schlechter auf, daher lieber einen flexiblen Ständer besorgen, in den jeder Baum hineinpasst.

 

5. Standort

Wählen Sie einen Aufstellort, wo der Baum möglichst weit von Wärmequellen wie Heizung oder Ofen entfernt steht. Vermeiden Sie auch zugige Bereiche, um Funkenflug auszuschließen.

 

6. Pflege

Gießen Sie Ihren Baum regelmäßig. Ein zimmerhoher Baum braucht rund zwei Liter pro Tag. Aber: Geben Sie keinerlei Zusätze ins Wasser. Ihr Schmuckstück wird es Ihnen mit Vitalität und Frische bis zum 2. Februar danken.

 

 

Mehr Wissenswertes rund um Christbäume aus Bayern:

http://www.bayerische-christbaumanbauer.de