Ein Apfel am Tag ersetzt den Arzt

Ein einziger Apfel deckt 15 % des Tagesbedarfs an Calcium und enthält über 30 weitere Vitamine und Spurenelemente wie Eisen, Kalium und Magnesium. Darüber hinaus senken seine Inhaltsstoffe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Kein Wunder also, dass der Apfel zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland gehört, durchschnittlich 113 Äpfel isst jeder Deutsche pro Jahr.

Äpfel bestehen zu etwa 85 % aus Wasser und beinhalten zahlreiche wertvolle Stoffe, darunter Folsäure, die Vitamine B1 und B2, Kalium, Eisen, Magnesium und Kalzium. Die enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Der Hauptanteil befindet sich in und unter der Schale – sie sollte also auf jeden Fall mitgegessen werden.

Äpfel sind nicht nur gut für die Gesundheit, sondern machen auch eine gute Figur: Sie sorgen für eine gute Fettverbrennung und zügeln den Appetit. Isst man zuvor einen Apfel, nimmt man pro Mahlzeit rund 200 Kilokalorien weniger zu sich.

Von Asien aus in die ganze Welt

Ursprünglich stammt der Apfelbaum aus Zentral- und Westasien, dessen Äpfel waren aber deutlich saurer und kleiner als unsere heutigen Sorten und voller Kerne. Die Griechen und Römer brachten den Apfelbaum nach Europa und begannen mit der Kultivierung süßerer Sorten.

Heute ist der Apfel auf der ganzen Welt zuhause und auf Platz vier der weltweit beliebtesten Obstsorten (nach Zitrusfrüchten, Bananen und Trauben). Der global wichtigste Apfelproduzent ist China.

Die größten Anbaugebiete in Deutschland sind das Alte Land bei Hamburg und die Gegend rund um den Bodensee, wo auch unser Apfelbauer Martin Nüberlin seine Apfelplantage hat. In beiden Gebieten baut man schon seit Jahrhunderten Obst an. Die älteste deutsche Apfelsorte ist der Edelborsdorfer, der 1175 in der Abtei Pforta zum ersten Mal erwähnt wurde. 

Sortenschau

Um mehr über die verschiedenen Apfelsorten zu erfahren, einfach auf das entsprechende Bild klicken.

Äpfel lassen anderes Obst nachreifen

Äpfel setzen bei der Lagerung Ethylen frei. Dies sorgt bei anderem Obst und Gemüse dafür, dass es schneller reift bzw. schneller welk wird.  Das ist praktisch, wenn zum Beispiel eine Avocado noch nicht ganz reif ist, überreife Bananen sollten dagegen besser woanders gelagert werden.
Äpfel selbst lagert man am besten kühl bei hoher Luftfeuchtigkeit. Sind sie bereits geschnitten, verhindert Ascorbinsäure (Vitamin C), dass sie braun werden. Dafür reicht es, etwas Zitronensaft über die Apfelspalten zu träufeln.

Frostschutz - eine knifflige Angelegenheit

Der Apfel, wie die meisten Obstsorten, mag es im Anbau warm und sonnig. Vor allem im Frühjahr, in der Zeit der Blüte, sollte es nicht zu kalt werden. Genau das ist beispielsweise im April 2017 jedoch passiert. Durch nächtlichen Frost starben viele der Apfel- und anderen Blüten ab – was einen Ernteausfall von über 50 Prozent (!) verursachte.
Grob kann man sagen, dass geschlossene Knospen minus vier Grad vertragen. Wenn die Blütenblätter schon zu sehen sind, sind minus zwei Grad noch im Toleranzbereich, und bei offenen Blüten liegt die Grenze bei null Grad.

Doch was tun? Im Obstanbau gibt es ein paar Maßnahmen, mit denen die Landwirte ihr wertvolles Gut schützen können.
Die gängigste Frostschutz-Methode ist die Beregnung. Die Obstplantagen sind mit Beregnungsanlagen ausgestattet, die in regelmäßigen Abständen in den Baumkronen befestigt sind. Durch Pumpen gelangt das Wasser auf die Bäume. Entsprechend dem Vegetationsstadium wird ab 0,5 Grad  beregnet.
Und dann? Erstaunlich, aber wahr: Beim Gefrieren von Wasser zu Eis wird die sogenannte Erstarrungswärme freigesetzt, die Blätter und Blüten bis zu maximal – 9 °C vor Frostschäden schützen kann. Die Temperatur der Blüte sinkt dann nicht unter den Gefrierpunkt, gleichzeitig bildet sich eine dünne Eisschicht um die frostempfindlichen Blüten. Die Beregnung muss so lange stattfinden, bis die Temperaturen über den Gefrierpunkt gestiegen sind und das Eis schmilzt - sonst erfriert die Blüte.

Weitere Frostschutzmaßnahmen im Obstanbau sind Frostschutzkerzen, Vernebeln, mobile und stationäre Gas- und Ölbrenner mit Gebläse, Windmaschinen, Motor-Windräder und einige mehr.

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Apfel für Gscheidhaferl