Helles Lager

„Ein Helles bitte!“ Ein Satz, den man in Bayern tagtäglich hören kann, im Norden Republik dagegen eher selten. Nicht verwunderlich –  das untergärige Vollbier ist die zweitstärkste Sorte im südlichsten Bundesland, während im Rest von Deutschland andere Biersorten vorn liegen. Die Geburtsstunde dieses Bierklassikers fällt auf den 20. Juni 1895. Damals präsentierte Gabriel Sedlmayr aus der Brauerei zum Spaten erstmals das Helle Lagerbier. Auch wenn es nicht ausschließlich auf Begeisterung stieß, blieb es bis Mitte der 90er Jahre die ungeschlagene Nummer 1 auf dem Bierthron.

Merkmale: schwach gehopft, dadurch wenig bitter; wird ausschließlich auf Basis des Reinheitsgebots produziert; leichte Bekömmlichkeit; wird vor Abfüllung gefiltert und heißt damit auch „blankes“ Bier 
Geschmack: mild, feinwürzig, vollmundig, süßlich
Alkoholgehalt: rund 5 % vol. 
Wird serviert im: Maßkrug, Halbliterglaskrug, 0,5 l Willibecher 
Passt zu: Allem
Der typische Genießer: Ob jung oder alt, männlich oder weiblich – das schmeckt jedem


Weizen/ Weißbier

Nicht nur innerhalb der blau-weißen Landesgrenzen ist diese Sorte ein gefeierter Star – auch andere Bundesländer finden immer mehr Gefallen an der obergärigen Sorte, die es mittlerweile von über 1.000 verschiedenen Marken zu kaufen gibt. Über 8,76 Millionen Hektoliter Weißbier werden in Bayern jedes Jahr gebraut, getrunken wird es in Südbayern noch lieber als in Nordbayern. Wer das klassische Hefe Weizen perfekt einschenken will, muss einiges beachten: Neben der obligatorischen Kühlung sollte man vor dem schrägen, nicht zu langsamen (sonst geht die Kohlensäure verloren) und nicht zu schnellem (sonst schäumt es über) Einfüllen ins Glas auf keinen Fall vergessen, dieses mit klarem, kaltem Wasser auszuspülen. Kurz bevor die Flasche leer ist, wird durch kreisende Bewegungen die Hefe am Boden gelöst und landet mit dem letzten Schluck Bier schwungvoll im Glas. Idealerweise wird das Weißbier dann von einer schönen Schaumschicht gekrönt, die ein Stück über den Glasrand hinausragt.

Merkmale: sehr kohlensäurehaltig; kristallklar oder naturtrüb 
Geschmack: erfrischend, fruchtig
Alkoholgehalt: 5-6 % vol. 
Wird serviert in: hohem, leicht geschwungenem Weizenbierglas mit 0,5 l 
Passt vor allem zu: Scharfem Essen (das süße Bier mildert die Schärfe); Weißwurstfrühstück
Der typische Trinker: Ein gemütlicher Genießer, der sich Zeit nimmt für sein Bier –aus der Flasche ist hier ein No-Go
Besonderheiten: Schmeckt auch im Cocktail gut – in Kombination mit Limetten, braunem Zucker, frischer Minze und weißem Rum zum Beispiel! 


Pils

Wenn es ums Pils geht, sind die Franken den Oberbayern deutlich voraus: Sowohl in Ober- als auch in Unterfranken ist die noch junge Biersorte ein wichtiges Erzeugnis, das in großer Vielfalt hergestellt wird. Weiches Wasser und erstklassiger Hopfen sind die geheimen Zutaten für das einzigartige Aroma. Entwickelt wurde das untergärige Pils allerdings in Niederbayern, von dem Braumeister Josef Groll aus Vilshofen. Seinen Namen trägt das Bier mit gutem Grund: Im Jahre 1842 wurde Groll, der für seine Bierbrauer-Fähigkeiten bekannt war, im tschechischen Pilsen verpflichtet, um auch dort ein untergäriges, länger haltbares, so genanntes „bayerisches“ Bier zu brauen. Am 5. Oktober 1842 braute Groll in Pilsen den ersten Sud aus dem sehr salzarmen, weichen böhmischen Wasser und dem dortigen Saazer Hopfen. Anstelle des zuvor gebräuchlichen dunklen Malzes verwendete er ein nur leicht gedarrtes, sehr helles Malz. Sein „Urquell“ genanntes Bier erhielt dadurch einen charakteristischen Geschmack und die typische goldgelbe Farbe.

Merkmale: prickelnd; stärker gehopft und dadurch leicht bitter 
Geschmack: feinherb, frisch 
Alkoholgehalt: rund 5 % vol. 
Wird serviert im: schlank, hoch, nach oben verjüngende „Tulpe“; alternativ: Sektflöte zum Appetizer 
Passt vor allem zu: Vorspeise und leichten Fischgerichten 
Der typische Genießer: Unkompliziert ist er – am liebsten genießt er es als Durstlöscher nach Feierabend. 
Besonderheiten: Meist verkauftes Bier Deutschland


Dunkles Lager

Das tiefdunkle Bier ist eng mit dem hellen Lager verwandt. Es ist ebenfalls ein untergäriges Vollbier, besitzt aber einen ausgesprochen hohen Malzanteil, von dem der ihm die typische dunkle Farbe verleiht. Das Malz wird bei maximal 110 Grad getrocknet. Durch diese „Röstung“ entsteht die Färbung, die sich vom Malz auf das Bier überträgt. 

Merkmale: malziges, röstartiges Aroma 
Geschmack: leicht süßlich, vollmundig; manchmal auch leicht schokoladig oder mit Kaffeenote 
Alkoholgehalt: rund 5 % vol. 
Wird serviert im: Glaskrug, Steinkrug oder Schwenker 
Passt vor allem zu: Besonders herzhaft oder maximal süß – zum Beispiel zu dunklem Braten und einer Schwarzwälder Kirschtorte 
Der typische Genießer: Liebt ausgedehnte Mahlzeiten, solange sie deftig sind. Aber auch SIE greift gerne zum Glas – das besondere Aroma macht’s. 


Märzen

O’zapft is! Wer schon mal eine Maß auf dem Oktoberfest getrunken hat, kann sicher sein, dass er in den Genuss eines Märzen gekommen ist. Das starke Lagerbier ist ein untergäriges Vollbier, das seinen Namen der Brautradition zu verdanken hat: Im März wurde früher nämlich lagerfähiges Bier eingebraut, weil man zwischen dem 23. April und dem 29. September Braupause einlegen musste – wegen der erhöhten Brandgefahr beim Sieden. Aufgrund des höheren Gehaltes an Alkohol, Stammwürze und Hopfen war das Märzen deutlich länger haltbar. So ermöglichte man den Bierausschank auch in der warmen Jahreszeit. 

Merkmale: sehr süffig
Geschmack: kräftig, malzbetont
Alkoholgehalt: rund 5 % vol. 
Wird serviert im: Maßkrug
Passt vor allem zu: Oktoberfest 
Der typische Genießer: Sie oder Er trägt Dirndl oder Lederhosen und fühlt sich am wohlsten, wenn die 5. Jahreszeit endlich wieder beginnt.